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Erneut weniger Unfälle und Verkehrstote in den Corona-Monaten 2021

12:05
04.08.2021
Die Zahl der Verkehrstoten in Baden-Württemberg
bleibt in den ersten Monaten des Corona-Jahres 2021 auf historisch niedrigem Niveau. Grund dafür sei zwar nach wie vor auch die Pandemie, teilte das Innenministerium mit. Allerdings seien die Menschen in den vergangenen Monaten wieder deutlich mobiler geworden. «Deshalb ist diese Bilanz umso erfreulicher», sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch in Stuttgart. Unfallursache Nummer 1 bleibt zu hohes Tempo.

Laut Statistik ging die Zahl der Unfälle im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres von rund 130 000 auf etwa 121 400 zurück (minus 6,6 Prozent). Fast 12 700 Menschen wurden leicht verletzt, das sind 14,8 Prozent weniger als zuvor. Rund 2830 erlitten schwere Verletzungen (minus 17,1 Prozent), 148 (minus 2 Prozent) Menschen kamen auf Baden-Württembergs Straßen ums Leben.

Auch die Zahl der Fahrradunfälle ging nach dem jüngsten rasanten Anstieg zurück (rund 4590, minus 16,8 Prozent), die Zahl der Verletzten und Gestorbenen ebenfalls (mehr als 4000, minus 17,2 Prozent). Auffällig sei aber die hohe Zahl von Elektrofahrrädern bei den Unfällen (plus 1,3 Prozent auf über 1200). «Bei jedem vierten Fahrradunfall ist mittlerweile ein Elektrofahrrad beteiligt», sagte Strobl. Jeder zweite getötete Fahrradfahrer sei mit einem Elektrofahrrad unterwegs gewesen. «Die höheren Geschwindigkeiten dieser Zweiräder werden leider häufig unterschätzt. Stürze führen nicht selten zu schwersten Verletzungen», warnte der Minister.

Die Zahl der Unfälle mit E-Scootern hat sich sogar fast verdreifacht. Laut Statistik haben die Fahrenden in knapp 80 Prozent der Fälle den Unfall selbst verursacht. Zwei Menschen kamen bei Unfällen ums Leben.

Wie in den Jahren zuvor bleibt der Tritt aufs Gaspedal der wesentliche Grund für einen Unfall. Insgesamt verloren 51 Menschen ihr Leben, weil ein Beteiligter viel zu schnell unterwegs war. 

(dpa)

Studie: Ungeimpfte stecken sich dreimal häufiger an als Geimpfte

12:04
04.08.2021
Ungeimpfte Menschen haben einer aktuellen britischen Studie zufolge ein dreimal so hohes Risiko sich mit Corona zu infizieren als vollständig Geimpfte. In der Untersuchung von Forschern des Imperial College London wurden 1,2 Prozent von 100 000 Probanden in England positiv auf das Virus getestet, während es unter den vollständig Geimpften nur 0,4 Prozent waren. Die noch nicht von Fachleuten begutachteten Ergebnisse wurden am Mittwoch in einem Pre-Print-Papier online veröffentlicht.

«Diese Ergebnisse bestätigen unsere vorherigen Daten und zeigen, dass eine vollständige Impfung guten Schutz davor bietet, sich zu infizieren», sagte der Studienleiter Paul Elliot einer Mitteilung zufolge. Da jedoch kein Impfstoff eine hundertprozentige Wirksamkeit habe, gebe es auch für Geimpfte noch ein gewisses Risiko, sich zu infizieren. Die am Imperial College London geleitete Studie führt regelmäßige Testreihen unter zufällig ausgewählten Stichproben durch und liefert somit regelmäßig ein realistisches Abbild der Epidemie Entwicklung in England.

Die Forscher fanden in ihrer aktuellen Auswertung auch Anzeichen dafür, dass geimpfte Infizierte auch seltener andere Menschen anstecken, da ihre Viruslast geringer sein könnte. 100 Prozent der in der Studie analysierten Proben waren Fälle der Delta-Variante, die in Großbritannien mittlerweile flächendeckend verbreitet ist.

Nachdem die Forscher auch Faktoren wie Alter, Geschlecht und andere demografische Merkmale in die Studie einbezogen, kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Geimpften in der Stichprobe verglichen mit den nicht Geimpften ein um 50 bis 60 Prozent reduziertes Risiko hatten, sich zu infizieren.

Andere Forscher hatten zuvor schon die Impfwirkung mit Blick auf eine Corona-Erkankung untersucht. So entdeckte ein Team um Jamie Lopez Bernal von der Gesundheitsbehörde Public Health England eine etwas verminderte Effektivität von Impfstoffen gegen die Delta-Variante. Die Wirksamkeit des Produkts von Biontech/Pfizer gegen eine Corona-Erkrankung durch Delta lag bei 88 Prozent. Bei Astrazeneca waren es 67 Prozent, wie das Team im «New England Journal of Medicine» (NEJM) schreibt. Zum Vergleich: Die Effektivität gegen die Ursprungsvariante betrug bei Biontech/Pfizer 95 Prozent und bei Astrazeneca rund 80 Prozent. Da die Wirkung gegen Delta nach nur einer Spritze bei beiden Impfstoffen noch erheblich geringer gewesen sei, sollten Menschen unbedingt zweimal damit geimpft werden, schreiben die Forscher. Das RKI rät, trotzt Impfung die Infektionsschutzmaßnahmen einzuhalten.

(dpa)

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