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Biden: Corona verbreitet sich «wie ein Lauffeuer» unter Ungeimpften

03:52
04.08.2021
Das Coronavirus verbreitet sich in den USA nach Ansicht von Präsident Joe Biden «wie ein Lauffeuer unter den Ungeimpften». Dies sei «herzzerreißend» - vor allem, weil Covid-19 inzwischen dank der Impfungen eine «vermeidbare» Erkrankung sei, sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. In den Bundesstaaten mit geringerer Impfquote sei die Rate der Infektionen «zehn bis zwanzig Mal so hoch» wie in den Staaten mit der höchsten Impfquote.

Biden forderte alle Amerikaner erneut mit Nachdruck auf, sich rasch impfen zu lassen. Es gebe immer noch rund 90 Millionen Menschen, die impfberechtigt seien, aber noch keine einzige Spritze bekommen hätten, mahnte er. Geimpfte Menschen würden sich nur sehr selten mit Corona infizieren, noch seltener bei einer Infektion ins Krankenhaus müssen und fast nie an den Folgen der Infektion sterben, betonte Biden. «Wir erleben eine Pandemie der Ungeimpften», sagte Biden.

Im Juni war die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA im Durchschnitt auf rund 10 000 pro Tag gesunken gewesen. Inzwischen stieg die Zahl aber wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante im Schnitt wieder auf gut 80 000 pro Tag an. Die Zahl der Todesfälle pro Tag liegt nun im Durchschnitt bei rund 350, wie Zahlen der Gesundheitsbehörde CDC zeigten. Die Impfkampagne in den USA kommt nur noch schleppend voran. Bislang sind fast 50 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 58 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen.

(dpa)

Linke: Impfteams in Jobcenter schicken

03:51
04.08.2021
Um der schleppenden Impfkampagne wieder Schwung zu verleihen, schlägt die Linke vor, Impfteams in Jobcenter und Unternehmen zu schicken, die keine Betriebsärzte haben. Nach vereinzelten Impfangeboten beim Einkaufen müsste der nächste Schritt sein, dass Impfteams in Jobcenter und in die Betriebe kommen, sagte Linke-Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). In Jobcentern könnte man Schindler zufolge viele Arbeitslose, Aufstockende und prekär Beschäftigte erreichen, die nach Erhebungen überdurchschnittlich oft noch keine Gelegenheit hatten, sich impfen zu lassen.

Der Linken-Politiker verwies zudem darauf, dass die wenigsten Unternehmen Betriebsärzte hätten. «Da müssen wir mobile Impfteams losschicken, die den Menschen am Arbeitsplatz ein Angebot machen. Die Betriebe müssen verpflichtet werden, den Impfteams Zugang zu gewähren und die Beschäftigten für die zum Impfen notwendige Zeit freizustellen», forderte Schindler.

(dpa)

Papier des Gesundheitsministeriums: FDP wirft Regierung Wortbruch vor

03:50
04.08.2021
Die FDP hat Pläne des Bundesgesundheitsministeriums für weitere Corona-Vorgaben in den nächsten Monaten scharf kritisiert. FDP-Vize Wolfgang Kubicki warf der Bundesregierung in der «Bild»-Zeitung (Mittwoch) Wortbruch vor. In Zielsetzung und Wirkung komme es einer direkten Impfpflicht gleich, wenn die Regierung nicht-geimpfte Personen vom sozialen Leben ausschließe.

In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Bericht des Ministeriums, der an Länder und Bundestag ging, heißt es, zur Eindämmung einer neuen großen Infektionswelle seien weitere Corona-Vorgaben nötig. Schutzmaßnahmen könnten aufgrund der fortgeschrittenen Impfkampagne aber moderater ausfallen als im vergangenen Herbst und Winter.

In dem Bericht werden die weitere Einhaltung von Hygienemaßnahmen und die Notwendigkeit zum verpflichtenden Tragen einer medizinischen Schutzmaske «bis ins Frühjahr 2022» insbesondere im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie im Einzelhandel - «für alle, auch für Geimpfte und Genesene» genannt. Mit Blick auf Schutzmaßnahmen erläutert das Ministerium, Impfen und Testen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hoher und damit infektiöser Viruslast einen Raum betreten. «Daher sollte unabhängig von der Inzidenz ab Anfang/Mitte September 2021 die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen in ganz Deutschland generell nur unter Einhaltung der 3G-Regel (3G: geimpft, genesen oder getestet) möglich sein.» Genannt werden Innengastronomie, Hotelübernachtungen, körpernahe Dienstleistungen, Sport und Veranstaltungen drinnen, Großveranstaltungen drinnen und draußen.

Kubicki sagte dazu: «Die Ankündigung, in Zukunft Ungeimpfte vom Gastronomiebesuch ausschließen zu wollen, ist der dreisteste und verheerendste Wortbruch dieser Bundesregierung, die wiederholt Stein und Bein geschworen hat, es werde keine Impfpflicht in Deutschland geben. Dieser Wortbruch wiegt noch schwerer, als die Unverhältnismäßigkeit dieser angedrohten Impfpflicht.» Der FDP-Politiker warf auch die Frage auf, warum der Plan der Bundesregierung für Gastronomiebetriebe, «aber nicht auch für Talkshows, CDU-Parteitage oder Betriebsversammlungen» gelte.

(dpa)

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