Letztes Update:
20210803115006

Bundeselternrat: Impfung darf keine Bedingung für Schulbesuch sein

11:49
03.08.2021
Elternvertreter haben die Verantwortlichen in der Politik davor gewarnt, eine Corona-Impfung zur Voraussetzung für den Schulbesuch zu machen. «Viele Eltern stehen dem Impfangebot sehr skeptisch gegenüber - mindestens solange die Ständige Impfkommission keine Empfehlungen dafür abgibt», sagte Ines Weber, Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (RND/Dienstag). Noch fehlten Studien zur Verträglichkeit und den Langzeitwirkungen der Impfungen bei Kindern und Jugendlichen. Trotzdem fühlten sich Eltern unter Druck gesetzt, ihre Kinder impfen zu lassen, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen, kritisierte Weber.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, begrüßte hingegen den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom Montag, mehr Impfangebote für 12- bis 17-Jährige zu machen - zum Beispiel auch in Impfzentren. «Damit werden die Chancen erhöht, Schulen länger geöffnet zu lassen und am Präsenzunterricht festzuhalten», sagte er dem RND.

(dpa)

Spahn verteidigt erweitertes Corona-Impfangebot für Kinder

10:54
03.08.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die geplanten zusätzlichen Corona-Impfmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren gegen Kritik verteidigt. Es gehe um ein leichter verfügbares Angebot als bisher, weil genügend Impfstoff da sei, sich zu schützen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag im rbb-Inforadio. «Wer will, kann sich impfen lassen - keiner muss.» Wenn Eltern und Kinder sagten, dass sie noch auf mehr Daten warten wollten, sei das auch okay und kein Problem. «Es geht ausdrücklich nicht darum, Druck zu machen, den machen wir auch nicht.»

Spahn wandte sich dagegen, in der Debatte einen Gegensatz zur Ständigen Impfkommission (Stiko) zu konstruieren. Der Beschluss von Bund und Ländern sei «durchaus im Einklang mit der Stiko». Das Gremium empfiehlt Impfungen von Kindern bisher nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Impfungen sind laut Stiko aber mit ärztlicher Beratung möglich. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind für Kinder ab 12 Jahre in der EU zugelassen.

Spahn betonte, dass bereits mehr als 900 000 Kinder zwischen 12 und 17 mindestens einmal geimpft worden seien, dies entspreche etwa 20 Prozent dieser Altersgruppe. Die Gesundheitsminister hatten am Montag beschlossen, Impfungen für 12- bis 17-Jährige in allen Ländern nun auch in Impfzentren anzubieten - so wie es in Arztpraxen schon möglich ist. Spahn sagte, er könne sich nur wünschen, dass sich möglichst viele Familien dies nun für sich überlegten. Angesichts der ansteckenderen Delta-Virusvariante gelte generell: «Entweder man wird infiziert ohne Impfschutz, oder man hat den Impfschutz.»

Mit Blick auf das insgesamt langsamere Impftempo in Deutschland warb Spahn erneut für Gelegenheiten, dass sich Menschen einfach und im Vorbeigehen impfen lassen können. Er verwies zudem auf viele Hundert Millionen Corona-Impfungen, die es mittlerweile auf der Welt gebe. Es dürfte keinen Impfstoff geben, der öfter verimpft worden und damit auch in Nebenwirkungen so gut bekannt sei. Im Zweifel sei die Impfung die sicherere Entscheidung.

(dpa)

Corona-Impfquote für vollständigen Schutz bei 52,6 Prozent

10:09
03.08.2021
Die Quote der vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen in Deutschland steigt nur langsam. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag lag sie zuletzt bei 52,6 Prozent der Bevölkerung, nach 52,3 Prozent am Vortag. Insgesamt wurden zuletzt 274 941 Dosen verabreicht, wie aus den Daten hervorgeht (Stand 9.25 Uhr). Höhepunkt war der 9. Juni mit mehr als 1,4 Millionen Dosen. Gerade bei den Erstimpfungen geht es derzeit nur langsam voran - daher hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger nochmals ermuntert, sich möglichst bald impfen zu lassen. Die höchsten Quoten der vollständig Geimpften in den 16 Bundesländern gibt es in Bremen (62,1 Prozent) und im Saarland (56,3 Prozent).

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden