Letztes Update:
20210818161016

Land will genauere Impfquote und erhebt eigene Daten mit Umfragen

16:09
18.08.2021
Mit eigenen Umfragen will die Landesregierung herausfinden, wie groß die Gruppe der harten Impfgegner in Baden-Württemberg ist. Die Zahl der Menschen, die sich auf keinen Fall impfen lassen möchten, könne derzeit nur vermutet werden, sagte der Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl, dem «Südkurier» und der «Heilbronner Stimme» (Donnerstag). «Wir wissen aber nicht, ob es fünf Prozent, zehn Prozent oder 15 Prozent sind.» Die Landesregierung werde daher repräsentative Meinungsumfragen in Auftrag geben, um ein konkretes Bild über die Impfbereitschaft zu erhalten. Das bestätigte auch ein Sprecher des Sozialministeriums am Mittwochabend.

«Wir beobachten seit einiger Zeit eine Diskrepanz zwischen den Daten, die wir über das Reporting aus Berlin bekommen - also die RKI-Zahlen - einerseits, und den Daten aus der anderen Erkenntnisquelle, den repräsentativen Umfragen, die auf Bundesebene durchgeführt werden», sagte Lahl den Zeitungen. Die Abweichung zwischen diesen Quellen liege bei den Erstimpfungen bei etwa zehn Prozent.

Es sei aber eine zentrale Frage, wo die Impfbereitschaft ende. «Es macht ja keinen Sinn, wenn wir diese Leute nach dem Motto ansprechen: Lasst euch impfen, wenn die Impfbereitschaft nur bei 90 Prozent liegt. Dann sind 90 Prozent eben unsere Zielzahl», sagte Lahl. Bereits in der kommenden Woche soll die erste Erhebung im Land zur Impfbereitschaft stattfinden.

Eine zentrale Erfassung der Impfungen durch eine Stelle gibt es in Baden-Württemberg nicht. Es wird nicht nur an den Impfzentren, in den Praxen und Betrieben geimpft, sondern auch durch mobile Impfteams und zunehmend bei niederschwelligen Impfangeboten. Die Daten über Impfungen und geimpfte Personen müssen erfasst und an das Robert Koch-Institut (RKI) weitergeleitet werden, das wiederum die Meldungen erfasst und im Impfmonitoring gegliedert nach Bundesländern, Altersgruppen sowie Erst- und Zweitimpfungen veröffentlicht. An der Stimmigkeit dieser Zahlen hatte es zuletzt bundesweit Zweifel und Kritik gegeben.

Laut Impfmonitoring des RKI liegt die Impfquote in Baden-Württemberg (Stand 17. August) bei den Erstimpfungen bei 61,3 Prozent der Bevölkerung, 57,8 Prozent sind bereits vollständig geimpft.

(dpa)

Einreise-Testpflicht mit neuer rechtlicher Grundlage

15:04
18.08.2021
Die bestehende Pflicht zum Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung, eines Testes oder der Genesung bei der Einreise nach Deutschland wird auf eine neue Grundlage gestellt.

Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Die bereits seit Anfang August gültige Regelung basierte bisher auf einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums. Die Änderung soll zusammen mit einem ebenfalls im Kabinett beschlossenen Gesetz zu Hilfen nach der Hochwasserkatastrophe in Deutschland im Bundestag verabschiedet werden.

Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist - mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis.

Eine solche Vorgabe gab es zuvor schon für alle Flugpassagiere. Sie wurde auf alle Verkehrsmittel ausgeweitet, also auch für Einreisen per Auto oder Bahn, um die Gefahr zu verkleinern, dass Einreisende vor allem zum Ende der Sommerferien zu einer verstärkten Verbreitung des Virus beitragen.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden