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Aktivere Immunantwort: Warum Corona für Kinder meist harmlos ist

11:52
18.08.2021
Das kindliche Immunsystem scheint auf die Attacken des Coronavirus besser vorbereitet zu sein als das von Erwachsenen.

Die Zellen der oberen Atemwege befinden sich einer aktuellen Untersuchung zufolge bereits in erhöhter Alarmbereitschaft und können das Virus im Falle einer Infektion schnell bekämpfen, bevor es sich massiv vermehrt. Das erklärt vermutlich auch, warum Kinder sehr viel seltener als Erwachsene schwer an Covid-19 erkranken, wie Forschende aus Berlin und Heidelberg im Fachmagazin «Nature Biotechnology» berichten.

«Wir wollten verstehen, warum die Virusabwehr bei Kindern offenbar so viel besser funktioniert als bei Erwachsenen», erklärte Irina Lehmann, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Epidemiologie am Berlin Institute of Health (BIH) an der Berliner Charité. Auf der Suche nach einer Antwort entnahmen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen 42 gesunden und infizierten Kindern sowie 44 Erwachsenen einige Zellen der Nasenschleimhaut. Sie analysierten dann unter anderem die Aktivität bestimmter Gene in den einzelnen Zellen.

Um Viren schnell bekämpfen zu können, müssen sogenannte Mustererkennungsrezeptoren aktiviert werden, erläutern die Forschenden. Und genau dieses System war bei den Kindern in den Zellen der oberen Atemwege und in bestimmten Zellen des Immunsystems aktiver als bei den Erwachsenen, zeigten die Analysen. Infiziert ein Virus die Zelle, bildet der Körper den Botenstoff Interferon, welcher die Bekämpfung des Virus einleitet. Bei Erwachsenen werde das Frühwarnsystem überrumpelt, das Virus wird nicht so effektiv bekämpft und kann sich stärker ausbreiten.

«Wir haben aus dieser Studie gelernt, dass es offensichtlich nicht nur Risikofaktoren für schwere Covid-19-Verläufe gibt, sondern auch schützende Faktoren», erläuterte Lehmann. Man könne nun darüber nachdenken, ob sich schützende Antworten bereits vor einer Infektion anregen ließen, um so möglicherweise Risikopatienten vor einer schweren Erkrankung zu schützen.

(dpa)

Corona-Krise hat keinen Einfluss auf Entwicklung der Arbeitskosten

10:53
18.08.2021
In der Corona-Krise hat Deutschlands Privatwirtschaft bisher keine deutlich höheren Arbeitskosten schultern müssen. Wie aus einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht, stiegen diese Kosten im vergangenen Jahr in der Wirtschaft um 2,3 Prozent auf 36,70 Euro pro Arbeitsstunde. Damit blieb der Zuwachs etwa gleich hoch wie im Vorkrisenjahr 2019, als es 2,4 Prozent gewesen waren.

Zu Arbeitskosten zählen Bruttolohn, Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung - etwa Kosten für Seminare - und bestimmte Steuern. Auch Kosten wie ein Dienstwagen werden eingerechnet. Die Bezahlung ist in den Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: Bei den Dienstleistungen lag der Stundenschnitt der Arbeitskosten bei 34,20 Euro und in der Industrie bei 41,60 Euro.

Große Teile der Wirtschaft setzen seit Ausbruch der Pandemie wegen Umsatzeinbußen auf Kurzarbeit, wodurch sie Personalkosten sparen. Zudem brachte der Staat für die Wirtschaft milliardenschwere Hilfspakete auf den Weg. Die Entwicklung der Arbeitskosten blieb von der Krise hingegen unbeeinflusst, wie die Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Böckler-Stiftung zeigt.

Mit 36,70 Euro pro Stunde an Arbeitskosten hatte Deutschland den siebthöchsten Wert der EU-Staaten. Der EU-Schnitt lag bei 28,20 Euro. Am höchsten war der Wert in Dänemark, wo es umgerechnet 46,90 Euro waren. Dahinter folgten Luxemburg (41,80 Euro pro Arbeitsstunde), Belgien (41,40), Schweden (39,80), Frankreich (38,10) und Österreich (36,80). In den Niederlanden waren es mit 35,20 Euro etwas niedrigere Kosten als in Deutschland. Am unteren Ende der Arbeitskosten-Tabelle der EU liegen der Studie zufolge Polen (10,60), Litauen (10,10), Rumänien (7,70) und Bulgarien (6,40).

(dpa)

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