Die Corona-Folgen für Schüler werden von Lehrkräften einer Umfrage zufolge unterschiedlich dramatisch bewertet. 47 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer sind demnach der Ansicht, dass es «bei mehr als der Hälfte» (30 Prozent) oder sogar «bei fast allen» (17 Prozent) Schülerinnen und Schülern «gravierende Lernrückstände» gibt, wie eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey für die wirtschaftsnahe Stiftung Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zwischen Juni und August ergab.
Auf der anderen Seite gaben 44 Prozent an, dass es bei «bei weniger als der Hälfte» (25 Prozent) oder «bei sehr wenigen» (19 Prozent) Schülern solche Rückstände gibt. Die Zahlen lagen der Deutschen Presse-Agentur vor. Die heterogenen Ergebnisse zeigten, wie wichtig eine genaue und möglichst individuelle Überprüfung der Lernstände sei, hieß es bei der Stiftung. Statt pauschaler Maßnahmen müsse es zielgerichtete Angebote geben.
Die INSM veröffentlicht die Umfragedaten an diesem Mittwoch im Rahmen ihres jährlichen «Bildungsmonitors». Dabei handelt es sich um einen Bundesländervergleich der Bildungssysteme anhand verschiedener Faktoren. Neben dem Leistungsstand von Schülern wird unter anderem verglichen, wie viel Geld ein Land pro Schüler ausgibt, wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern oder wie hoch der Anteil jüngerer Lehrer ist. Zuletzt lag regelmäßig Sachsen vorn.