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New Yorker Restaurants und Kulturangebote verlangen Impfnachweis

16:15
17.08.2021
In der Millionenmetropole New York müssen Besucher von Innenräumen nahezu aller Freizeitangebote seit Dienstag nachweisen, mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten zu haben. Die Vorschrift gilt für Restaurants, Bars und Cafés genauso wie für Museen, Theater und Kinos oder Fitnessstudios und Schwimmbäder. Auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen eine Impfung vorlegen. Als Nachweis dienen mehrere Apps oder in den USA übliche weiße Impfkarten. Kinder unter zwölf Jahren, die noch keine Impfung erhalten können, müssen von Geimpften begleitet werden. Nach einer Einführungsphase der neuen Regeln drohen Betreibern ab dem 13. September bei Nichtbeachtung Strafen, kündigte die Stadt an.

Laut Zahlen der Stadt haben rund 74 Prozent der Erwachsenen in der Metropole mit rund 8,5 Millionen Einwohnern mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Delta-Variante des Virus hat auch in New York zu einem Anstieg der Fallzahlen und bisher einem leichten Anstieg der Krankenhauseinweisungen geführt. In den zurückliegenden sieben Tagen wurden von der Stadt täglich knapp 1800 Infektionen mit dem Virus bestätigt, laut Zahlen der New York Times gab es in der vergangenen zwei Wochen sogar täglich rund 2140 bestätigte neue Fälle.

Die neuen Regeln sind der nächste Schritt, um die Impfquote weiter zu erhöhen. Für Aufsehen hatte auch die Ende Juli eingeführte Zahlung von 100 Dollar (etwa 85 Euro) gesorgt. Innerhalb von knapp zwei Wochen hatten rund 50 000 Menschen das Angebot angenommen.

(dpa)

Ärzte warnen vor Verfall von Millionen Corona-Impfstoffdosen

14:31
17.08.2021
In Deutschlands Arztpraxen droht nach Einschätzung von Deutschlands Kassenärzten millionenfach Corona-Impfstoff zu verfallen. So lagerten nach Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in den Praxen derzeit 1,1 Millionen Dosen von Astrazeneca und 0,4 Millionen von Johnson & Johnson, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Bericht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland hervorgeht. Diese Dosen drohten als Sondermüll entsorgt werden zu müssen, sagte ein Institutssprecher. Zudem sind nach dem Bericht 1,7 Millionen Dosen von Biontech in den Praxen auf Lager. Hier sei eher zu erwarten, dass sie noch gebraucht würden. Das ARD-Politikmagazin «Report Mainz» und der «Spiegel» berichteten zuerst darüber.

Der Vorsitzende des Instituts, Dominik von Stillfried, forderte eine Rücknahme ungenutzter Impfstoffe aus den Praxen. Dies sei heute rechtlich und organisatorisch nicht möglich. «Das Bundesgesundheitsministerium wird voraussichtlich zwischen 2 und 2,5 Millionen Impfdosen aus den Impfzentren einsammeln», sagte von Stillfried der dpa. Er forderte besondere Regelungen, um die mindestens 1,5 Millionen verfallsgefährdeten Impfdosen aus den Praxen zurückzunehmen. Dann könnten sie an Länder mit Impfstoffmangel gespendet werden. Hauptgründe für den drohenden Verfall sind nach Einschätzung des Zentralinstituts die geringe Impfbereitschaft noch nicht Geimpfter sowie das schlechte Image vor allem des Astrazeneca-Vakzins.

In der vergangenen Woche hatte eine dpa-Umfrage ergeben, dass mehr als die Hälfte der Bundesländer bisher keine von den an die Impfzentren der Länder gelieferten Impfstoffe vernichten mussten. Neun der 16 Landesregierungen gaben an, dass eine Entsorgung von Corona-Impfstoff weitgehend vermieden werden konnte. Die Impfzentren etwa in Bayern aber entsorgten demnach bis dahin bereits rund 53 000 ungenutzte Impfdosen. In einem Schreiben, das der dpa vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, nicht mehr benötigten Impfstoff als Spende für «Drittstaaten» an das Zentrallager des Bundes zurückzugeben - vorausgesetzt, der Wirkstoff ist noch lange genug haltbar.

(dpa)

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