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Japan verlängert Corona-Notstand für Paralympics-Stadt Tokio

10:58
17.08.2021
Wegen der alarmierenden Corona-Infektionslage hat Japan den Notstand für die Paralympics-Stadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Regierung des wegen seiner Corona-Politik im Umfragetief steckenden Ministerpräsidenten Yoshihide Suga beschloss am Dienstag, den in Tokio und fünf anderen Präfekturen zunächst bis 31. August verordneten Notstand bis zum 12. September zu verlängern. Er gilt damit bis nach den Paralympics, die vom 24. August bis 5. September dauern. Zugleich wird der Notstand auf sieben weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Paralympics in Tokio werden wegen der Corona-Lage ohne Zuschauer abgehalten.

Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten habe «höchste Priorität», sagte Suga. Er hatte den Notstand bereits mehrfach verlängert. Dennoch hat sich die Zahl der Neuinfektionen in Tokio seit Beginn der Olympischen Spiele nahezu verdreifacht, wenngleich von der olympischen Blase keine Gefahr ausgegangen sein soll. Experten vergleichen die Lage mit einer Katastrophe. Die Gesundheitsämter seien inzwischen am Anschlag. Bei dem «Notstand» in Tokio und anderen Präfekturen geht es vor allem darum, dass Restaurants keinen Alkohol anbieten und früher schließen.

Vor diesem Hintergrund hatten die Organisatoren der Paralympics am Vortag beschlossen, wie zuvor schon bei Sommerspielen Zuschauer von den Wettkämpfen auszuschließen. Eine Ausnahme wird jedoch für Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Erziehungsprogramms der japanischen Regierung gemacht: Sie dürfen sich Wettkämpfe anschauen, wenn die lokalen Schulbehörden dies in Absprache mit den Eltern wünschen. Während der Paralympics werden rund 4400 Athletinnen und Athleten um die Medaillen wetteifern.

Notizblock

(dpa)

Ab Ende August inzidenzunabhängige Öffnung in Sachsen geplant

09:50
17.08.2021
Sachsen setzt auf eine neue Strategie in der Pandemie. «Mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung ab Ende August wird es einen Paradigmenwechsel geben», sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. «Grundsätzlich werden alle Angebote und Geschäfte inzidenzunabhängig öffnen können - natürlich unter den bekannten Schutzvorkehrungen.» Ab einem gewissen Infektionsgeschehen gebe es allerdings notwendige Einschränkungen.

Köpping verwies darauf, dass die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin «nicht der einzige Maßstab» bei der Bewertung der Infektionslage sei. Mit dem Betten-Indikator habe der Freistaat «schon lange kein reines Inzidenzmodell mehr». Nach einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung» (Dienstag) soll es mit den neuen Regeln weitgehende Freiheiten geben, Ungeimpften und Nicht-Genesenen würde jedoch der Zutritt zu einzelnen Bereichen wie Konzerten, Clubs oder Fußballspielen bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte verwehrt.

Die neue Corona-Schutz-Verordnung wird nach Angaben des Sozialministeriums derzeit vorbereitet und voraussichtlich am kommenden Dienstag im Kabinett beschlossen. Sie soll vom 26. August an gelten. Der Entwurf befinde sich in der Anhörung. Dabei werde auch darüber diskutiert, «wie wir künftig mit dem Indikator der oben genannten Bettenkapazitäten arbeiten und was dieser auslöst». Bei diesen Werten zur Bettenbelegung in den Krankenhäusern handele es sich um ein Frühwarnsystem.

Sachsen setzt seit März nicht mehr allein auf die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Seitdem ist die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf Normalstationen der sächsischen Krankenhäuser ein Indikator, seit Mitte Juni auch die auf den Intensivstationen.

(dpa)

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