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Spahn wirbt erneut für Corona-Impfungen

09:09
17.08.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut dazu aufgerufen, Angebote für Corona-Impfungen wahrzunehmen. Es gehe für jeden um die Entscheidung, «ob man eine Infektion riskiert ohne Schutz mit allen möglichen Folgen einer Erkrankung - oder ob man sich mit einer Impfung schützt», sagte der CDU-Politiker am Dienstag im ARD-«Morgenmagazin». Angesichts steigender Fallzahlen und der ansteckenderen Delta-Virusvariante werde jeder Nicht-Geimpfte «ziemlich sicher infiziert werden in den nächsten Wochen und Monaten». Spahn betonte, Impfstoff für jede Altersgruppe ab 12 Jahren sei da, es gebe auch immer mehr einfache Impfangebote vor Ort.

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nach Ministeriumsangaben nun 47,8 Millionen Menschen oder 57,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben knapp 52,7 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent aller Einwohner. Als letztes der 16 Bundesländer hat nun auch Sachsen die Marke von 50 Prozent bei den vollständig geimpften Einwohnern fast erreicht - die dafür nötige Spritze haben dort jetzt 49,9 Prozent bekommen. Beim Spitzenreiter Bremen sind es inzwischen 68 Prozent der Einwohner.

(dpa)

Hausärzteverband: Praxen stehen für impfwillige Jugendliche bereit

08:22
17.08.2021
Nach dem neuen Votum der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren sehen sich die Arztpraxen für eine mögliche stärkere Nachfrage gewappnet. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag): «Für impfwillige Jugendliche stehen auch bei steigender Nachfrage die Kinder- und Hausarztpraxen bereit.»

Weigeldt kritisierte, die Politik habe Druck auf die Stiko ausgeübt. «Wir haben immer betont, dass die Wissenschaft entscheidet, wann ausreichende Erkenntnisse vorliegen, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. Dazu hätte es keines Drängens von Politikseite aus bedurft.» Beim Thema Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren sei die Politik vorgeprescht und habe damit eine Diskussion ausgelöst.

Die Stiko hatte sich für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen. Nach sorgfältiger Bewertung neuer Daten komme man nun zu der Einschätzung, «dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen», teilte das unabhängige Gremium am Montag mit. Davor hatte sie Corona-Impfungen von Kindern zwischen 12 und 17 Jahren nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes empfohlen.

Die Impfungen von gesunden Jugendlichen waren laut Stiko aber auch schon mit ärztlicher Aufklärung als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten bereits Anfang August breitere Impfangebote für Kinder vereinbart - etwa in regionalen Impfzentren. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind 24,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt nannte die Entscheidung der Stiko richtig und längst überfällig. «Das lange Abwarten der Stiko hat leider unnötig Zeit gekostet», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wichtig sei jetzt die schnelle Zulassung eines Impfstoffes für Kinder unter zwölf Jahren, damit auch für sie ein wirksamer Schutz vor Infektion angeboten werden könne.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag): «Ich bin froh, dass die Stiko sich so entschieden hat.» Das sei eine wichtige Entscheidung, die gerade zum Schulbeginn eine große Bedeutung habe. «Die Stiko hat immer klar gemacht, dass sie sich nicht unter Druck setzen lässt, sondern sauber abwägend zu einer Entscheidung kommt», sagt er. «Es ist ein unabhängiges Gremium, wir können stolz sein, dass wir es haben.»

(dpa)

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