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20210816155545

Türkei wird Hochrisikogebiet

15:54
16.08.2021
 Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt die Türkei ab Dienstag wieder als Hochrisikogebiet. Menschen, die aus dem Land nach Deutschland einreisen und nicht geimpft oder genesen sind, müssen für fünf bis zehn Tage in Quarantäne. Die Bundesregierung traf diese Entscheidung in der vergangenen Woche.

Die Coronafallzahlen in der Türkei sind Ende Juli rasant angestiegen, täglich werden derzeit teilweise mehr als 20 000 neue Fälle offiziell registriert. Im Juli waren es pro Tag noch etwa 7000. Zum Vergleich: In Deutschland wurden am Montag etwa 2126 neue Fälle gemeldet - bei ähnlicher Bevölkerungszahl. Anfang Juli hatte die Türkei Coronamaßnahmen stark gelockert. So wurden etwa nächtliche Ausgangsverbote unter der Woche und am Wochenende aufgehoben, die Gastronomie öffnete wieder, Hochzeiten und ähnliche Feste sind wieder erlaubt.

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Die Türkei wurde neben anderen Ländern in einem RKI-Bericht Ende Juli als mögliches Infektionsland besonders häufig genannt.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Anders als früher sind dafür aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems in einem Land oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

(dpa)

Pflichtquarantäne nach Kontakt zu Corona-Infizierten endet in England

14:33
16.08.2021
Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen in England und Nordirland künftig nicht mehr verpflichtend in Quarantäne gehen, wenn sie vollständig geimpft sind. Stattdessen sollen Betroffene einen PCR-Test machen, wie aus den neuen Richtlinien der britischen Regierung hervorgeht, die seit Montag gelten. Der Test ist jedoch nicht verpflichtend.

Ähnliche Regeln gelten bereits in Schottland und Wales. Auch für Minderjährige werden die Quarantäneregeln gelockert, was deutlichen Einfluss auf den Schulbetrieb nach den Sommerferien haben dürfte.

Der Gesundheitsforscher Stephen Reicher erklärte, die Regierung müsse die Bevölkerung weiterhin dazu aufrufen, nach Kontakten zu Infizierten PCR-Tests zu machen. «Man ist nicht unverletzlich, wenn man doppelt geimpft ist, es gibt immer noch eine gewisses Risiko, dass man sich infiziert und andere ansteckt», sagte er dem Sender BBC.

Nach Hoffnung der britischen Regierung soll die Lockerung ein Ende de «Pingdemic» bedeuten: In den vergangenen Wochen waren Hunderttausende nach Kontakten zu Corona-Infizierten per Corona-App «gepingt» oder auf anderem Wege benachrichtigt und in Quarantäne geschickt worden. Das führte dazu, dass es in vielen Bereichen - etwa bei der Müllabfuhr, bei Lastwagenfahrern oder in der Gastronomie - zu massiven Personalausfällen kam.

Die Ärztevereinigung British Medical Association rief die britische Regierung zudem dazu auf, mit entsprechenden Maßnahmen die noch immer hohen Infektionszahlen nach unten zu drücken. So müsssten etwa Jüngere weiter stärker zum Impfen motiviert werden. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne begeben wollten, dies auch weiterhin tun dürften.

(dpa)

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