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Corona-Krise: Zahl der Selbstständigen in Hartz IV versechsfacht

06:51
15.08.2021
Die Zahl der Selbstständigen, die für ihren Lebensunterhalt finanzielle Unterstützung aus der staatlichen Grundsicherung beziehen, hat sich laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im Verlauf der Corona-Pandemie versechsfacht. «Wir sehen einen deutlichen Corona-Effekt zwischen April 2020 und Juli 2021», sagte BA-Chef Detlef Scheele den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Rund 134 000 Selbstständige hätten in der Zeit Bedarf auf Grundsicherung angemeldet. «Üblicherweise wären es in diesem Zeitraum etwa 22 000 gewesen», so Scheele. Dies entspricht in etwa einer Versechsfachung.

Bei den abhängig Beschäftigten sind seinen Angaben zufolge 328 000 neu in die Grundsicherung gekommen. «Diese Zahl liegt in normalen Zeiten bei 190 000», sagte Scheele. «Der Corona-Effekt zeigt sich hier deutlich.» Aufs Ganze gerechnet seien dies aber keine allzu hohen Werte.

Abhängig Beschäftigte, die ergänzendes Hartz IV beantragen, sind laut BA unter anderem Menschen, deren Kurzarbeitergeld sehr niedrig ausfällt, oder sogenannte Aufstocker, die einen geringen Lohn beziehen und daher auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen sind.

(dpa)

Impfaktion: Kinder machen Fotos mit «Star-Wars»-Figuren

06:49
15.08.2021
Erst der Piks, dann Posieren mit Darth Vader und Co.: Im Duisburger Impfzentrum haben sich Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus impfen lassen und anschließend Fotos mit bekannten Figuren aus den «Star Wars»-Filmen gemacht. Bei der Sonderimpfaktion am Samstag waren laut Angaben eines dpa-Fotografen acht Darsteller eines Kostümclubs vor Ort, die sich als Sternenkrieger verkleidet hatten. Die Aktion kam bei den Kindern demnach gut an.

Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren konnten sich Stadtangaben zufolge ohne Termin mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer immunisieren lassen und im Anschluss die Weltraum-Charaktere treffen. Die Aktion soll am Sonntag erneut zwischen 10.00 und 18.00 Uhr stattfinden.

(dpa)

Engpässe in Luft- und Raumfahrt durch Corona

06:47
15.08.2021
Die Luft- und Raumfahrtindustrie im Südwesten bekommt die Folgen der Pandemie zu spüren. Verschobene oder stornierte Bestellungen auf der einen, Rohstoffengpässe auf der anderen Seite erschwerten Produktion und Forschung, sagte der Vorstandsvorsitzende des Forums Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg, Rolf-Jürgen Ahlers, der Deutschen Presse-Agentur. «Es fängt an zu drücken. Wir können nur die Hoffnung haben, dass jetzt wieder alles hochfährt.»

Knapp ein Fünftel der sogenannten luftfahrtzertifizierten Unternehmen in Deutschland stammt aus Baden-Württemberg. Rund 15 000 Menschen arbeiten im Südwesten in der Luft- und Raumfahrtbranche und setzten in Vor-Corona-Zeiten jährlich fast fünf Milliarden Euro um - Tendenz steigend. Die Produktpalette reicht von Schrauben bis zu Satelliten.

Infolge eingebrochener Flugzahlen hätten gerade große Fluggesellschaften Bestellungen gedrosselt, sagte Ahlers. «Da sind ja große Mengen Geld im Spiel.» Manche Zulieferer hätten sehr schnell ihre Produktion eingestellt. Zugleich handelten einige Unternehmen aus Ahlers' Sicht zu ängstlich, haben keine Lagerbestände und können nun nicht schnell die Produktion hochfahren. «Da war teilweise wenig Flexibilität vorhanden», sagte Ahlers aus eigener Erfahrung. Seine Unternehmen ASG Luftfahrttechnik und Sensorik sowie Proxivision sitzen in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) und Bensheim (Hessen).

Probleme gebe es auch, weil beispielsweise nicht genügend Elektronik oder Metalle schnell nachgeliefert werden könnten. Bei optischen Sensoren etwa gebe es eine Verzögerung von einem Viertel- bis halben Jahr, sagte Ahlers. Auf berührungsempfindliche Displays müsse man mehrere Monate statt ein paar Tage warten. Bei Aluminium kaufe die Automobilbranche «alles vom Markt, was sie kriegen kann». Zugleich würden etwa Satelliten inzwischen in größeren Mengen produziert.

Auch an alternativen Produktionstechniken arbeiten die Firmen, wie Ahlers am Beispiel seines eigenen Unternehmens deutlich machte: Statt auf eine Lieferung Halterplatten zu warten, hätten sie diese mit einem 3D-Drucker selbst produziert. Das erfordere aber neue Zertifizierungen.

Viele Insolvenzen in der Branche befürchtet der Vorstandsvorsitzende des Forums nicht mehr. Der Staat habe sich in der Pandemie flexibel gezeigt und schnell Hilfen angekündigt. «Vieles, was versprochen wurde, wurde aber zu zögerlich verteilt», kritisierte Ahlers. Oder es gebe Formalismus, welche Bank nun für welche Zahlung zuständig sei.

Schwierigkeiten habe die Pandemie auch bei der Entwicklung neuer Produkte bereitet. Während in der Forschung recht flexibel umgestellt werden könne und erst methodische Ansätze weiterentwickelt würden, seien für manche Bauten gemeinsame Arbeiten an Ort und Stelle nötig, erklärte Ahlers. «Wir durften nach Amerika ja zum Beispiel gar nicht einreisen.» So hätten manche Dinge nicht fertiggebaut werden können.

Die gesunkenen Flugzahlen wiederum spielten auch beim Transport eine Rolle. Während früher mal ein Paket oder ein kleiner Container von einer Passagiermaschine mitgenommen worden sei, fehle im Moment offenbar häufiger der Platz wegen kleiner, aber voll ausgelasteter Flieger, sagte Ahlers. «Das sind kleine Facetten, die sich groß auswirken.»

(dpa)

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