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Bundesagentur für mehr Impfangebote in Jobcentern

06:43
14.08.2021
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, plädiert für mehr Angebote von Corona-Impfungen in Jobcentern. Es könne für die Impfzentren der Kommunen «sinnvoll sein, etwa in die Jobcenter zu gehen und dort Impfungen anzubieten», sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). Dies sei eine weitere Möglichkeit, Menschen für eine Impfung zu gewinnen, «die sonst schwer zu erreichen sind». Einige Städte wie Hamburg setzten dies bereits sehr erfolgreich um.

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält einen solchen Kurs grundsätzlich für erfolgversprechend, um die lahmende Impfkampagne anzukurbeln. «Es kommt auf das Schaffen von Gelegenheiten für das spontane Impfen an», sagte er dem Internet-Nachrichtenportal Watson. Anreize wie Fußball-Freikarten oder Gratisessen findet er dagegen wenig hilfreich. «Die Menschen lassen sich nicht für eine Wurst impfen. Sie müssen einfach die Gelegenheit dazu bekommen, die Impfung möglichst spontan und einfach zu erledigen. Nur so erreicht man Menschen, die für die Impfung nicht in Impfzentren oder Arztpraxen kommen.»

Die Zahl der Erstimpfungen pro Tag ist stark zurückgegangen. Zuletzt waren es nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag rund 90 000. In der Spitze im Mai waren es mehr als eine Million. Inzwischen sind aber auch fast 57 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und 63 Prozent vollständig.

Lauterbach sprach sich dafür aus, dass mehr Fußball-Clubs ungeimpfte Getestete von ihren Angeboten ausschließen. «Ich würde es sehr begrüßen, wenn alle Fußballvereine dem mutigen Beispiel des 1. FC Köln folgen und eine klare 2G-Regel für ihre Stadien einführen würden», sagte er der «Rheinischen Post» (Samstag). Das heißt, dass nur Geimpfte und Genesene («2G») Zutritt bekommen. «Auch Reiseveranstalter, Bar-Besitzer oder Club-Betreiber sollten das erwägen.» Gesetzliche Möglichkeiten sieht er jedoch nicht.

(dpa)

Ethikrat-Mitglied Gräb-Schmidt: Impfpflicht wäre kontra-produktiv

06:41
14.08.2021
Die Tübinger Theologin Elisabeth Gräb-Schmidt fordert mehr Aufklärung, um Menschen von einer Corona-Impfung zu überzeugen. «Wir müssen klarstellen, dass jeder, der sich die Freiheit herausnimmt, sich nicht impfen zu lassen, weil er persönlich vielleicht nicht zur Risikogruppe gehört und sich deshalb denkt, «Dann lass ich das doch einfach mal», damit nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die der anderen schädigt», sagte Gräb-Schmidt, die Mitglied im Deutschen Ethikrat ist, dem «Mannheimer Morgen» (Samstag). Eine Impfpflicht hält sie für kontra-produktiv: «83 Prozent der Erwachsenen sind laut Umfragen ja bereit, sich impfen zu lassen.»

Oft spiele Unwissenheit eine Rolle. «Manche wissen gar nicht, dass sie sich jetzt schon impfen lassen können und anderen erscheint es kompliziert, da müssen wir niederschwellige Angebote schaffen.» Darüber hinaus seien immer noch viele Menschen skeptisch, dass der Impfstoff sicher sei und wirke. Auf Kinder und Jugendliche und deren Eltern Druck auszuüben, hält die Theologin für falsch. Vorrangig sollte ihr zufolge die viel größere Gruppe der 18- bis 59-Jährigen zum Impfen bewegt werden und nicht die 12- bis 17-Jährigen, die ohnehin schon viel Solidarität gezeigt hätten mit der älteren Bevölkerung.

(dpa)

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