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China sieht Erfolg im Umgang mit neuem Corona-Ausbruch - 1280 Fälle

11:30
13.08.2021
Der schlimmste Ausbruch des Coronavirus in China seit einem Jahr ist nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden weitgehend unter Kontrolle gebracht worden. Das Risiko einer erneuten landesweiten Ausbreitung sei «vergleichsweise gering», sagte He Qinghua von der Gesundheitskommission nach Angaben von Staatsmedien.

Bei dem jüngsten Ausbruch der hoch ansteckenden Delta-Variante seien in 48 Städten in 18 Provinzen und Regionen rund 1280 Infektionen entdeckt worden. Allerdings hätten 36 Städte in den vergangenen fünf Tagen keine neuen Fälle mehr entdeckt, sagte der Gesundheitsbeamte.

Der Ausbruch hatte Chinas strikte Null-Covid-Strategie auf die Probe gestellt. Die Behörden reagierten mit Ausgangssperren, der Unterbrechung von Transportverbindungen, Reisebeschränkungen, Massentests und Quarantäne. Der Ausbruch war auf die Infektion von drei Flughafenmitarbeitern im Juli in Nanjing bei der Reinigung eines Flugzeugs aus Russland zurückgeführt worden.

Seit vergangenem Sommer hatte das bevölkerungsreichste Land, in dem im Dezember 2019 weltweit erstmals Corona-Infektionen entdeckt worden waren, das Virus weitgehend im Griff. Es gab nur noch vereinzelt begrenzte Ausbrüche. Das Leben hatte sich wieder normalisiert.

Allerdings hat sich China weitgehend vom Ausland abgeschottet. Einreisen sind stark beschränkt. Jeder muss bei der Ankunft zwei bis drei Wochen in eine Quarantäneeinrichtung. Die Zahl der in China tätigen Ausländer ist stark zurückgegangen.

Bislang sind 777 Millionen Chinesen komplett geimpft. Über 1,83 Milliarden Impfdosen sind verabreicht worden. Doch gibt es Fragen, wie wirksam die chinesischen Impfstoffe gegen die Delta-Variante sind. Ausländische Impfstoffe wie der von Biontech/Pfizer, dem höhere Wirksamkeit nachgesagt wird, sind in China noch nicht zugelassen.

Die Gesundheitskommission ordnete an, Mund- und Nasenschutz künftig nicht nur in Innenräumen, sondern auch draußen in gut besuchten Parks und Plätzen zu tragen. Mit einer Corona-App müssen sich Chinesen ohnehin auch an Eingängen zu Geschäften oder Restaurants registrieren und nachweisen, dass sie nicht aus Risikogebieten kommen.

Nach der Infektion eines Arbeiters im Hafen von Ningbo in der Provinz Zhejiang wurde ein ganzer Terminal geschlossen, was Sorge über weitere Verzögerungen im weltweiten Containerverkehr auslöste. Ningbo zählt zu den größten Häfen weltweit. Besonders Exporte von China in die USA und Kanada sind betroffen.

(dpa)

Ausländische «Spione» gegen illegale Partys auf Ibiza

11:29
13.08.2021
Höchst ungewöhnliche Methode im Kampf gegen Corona-Spreader: Mit Hilfe ausländischer «Spione» macht Ibiza nun Jagd auf Veranstalter illegaler Partys, die nach Schätzungen wöchentlich von Tausenden Touristen besucht werden. «Das Projekt hat vor ein paar Tagen begonnen und soll zunächst bis Ende August laufen, könnte aber verlängert werden», sagte der Sprecher der Regierung der spanischen Urlaubsinsel, Armando Tur, der Deutschen Presse-Agentur.

Doch wie sieht die «Jagd» aus? Die Behörden haben in Absprache mit der örtlichen Polizei ein Detektivunternehmen beauftragt, das daraufhin zahlreiche freie Mitarbeiter angeheuert hat. Diese sollen die illegalen Partys als Undercoveragenten infiltrieren, um Verstöße zu melden. Es handele sich bei diesen freien Mitarbeitern vorwiegend um «Ausländer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren mit mittlerer bis hoher Kaufkraft, weil diese die Hauptmerkmale der Besucher solcher Veranstaltungen sind», erklärte Tur. Die Partys haben demnach manchmal Eintrittspreise von mehr als 100 Euro. Teils kommen dabei mehr als 500 Gäste zusammen.

Die ungewöhnliche Methode hat gute Gründe: Zum einen habe die Polizei nicht genug Personal. Den Beamten seien zudem gesetzlich oft die Hände gebunden. Die illegalen Partys finde fast immer in Privatwohnungen oder -häusern statt. Die Polizei darf in Spanien nicht gewaltsam in Privatgelände eindringen, nur weil dort eine Party stattfindet, von der man vermutet, dass sie gegen Gesetze verstößt.

Man müsse deshalb mit Hilfe der als Touristen getarnten Spione versuchen, die illegalen Partys bereits im Vorfeld zu unterbinden, wenn Gäste noch eintreffen und außerhalb des Veranstaltungsortes befragt werden können.

Ibiza ist als Party-Insel bekannt. Wie auf der Nachbarinsel Mallorca werden auch auf Ibiza die illegalen Feten für die hohen Corona-Infektionszahlen verantwortlich gemacht. Noch bis vor wenigen Tagen hatten die Mittelmeer-Inseln zeitweilig wieder die höchsten Werte in ganz Spanien. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz dort bei 226.

(dpa)

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