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20210811105438

Bund vorerst weiter für Zugang in Innenräume mit negativem Test

10:51
11.08.2021
Die Bundesregierung setzt beim weiteren Corona-Kurs vorerst auf Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Innenräumen auch für Ungeimpfte mit negativem Test - nicht nur für Geimpfte und Genesene. Die Einführung dieser Testpflicht sei gemeinsam mit den Ländern am Dienstag beschlossen worden, machte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin deutlich. Dabei gehe es darum, frühzeitig mit relativ niedrigschwelligen Maßnahmen zu verhindern, «dass die Situation eskaliert und man überhaupt über andere Maßnahmen nachdenken muss». Die Situation sei aber weiter zu beobachten.

Seibert erläuterte, dabei stünden das Infektionsgeschehen, die Entwicklung der Impfquote und Auswirkungen auf das Gesundheitswesen im Blick. Dann sei gegebenenfalls zu schauen, ob weitere Maßnahmen notwendig seien. Wenn sich alle an das beschlossene Vorgehen hielten und dies wirksam sei, bestünden gute Chancen, damit die Pandemie wieder ein Stück in den Griff zu bekommen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Dienstag beschlossen, dass als einheitliches Instrument spätestens ab 23. August die «3G-Regel» beim Zugang zu bestimmten Innenräumen greifen soll: Hinein oder teilnehmen kann nur, wer geimpft, genesen oder frisch negativ getestet ist. Gelten soll dies etwa für Kliniken, Pflegeheime, Innengastronomie und Veranstaltungen drinnen, beim Friseur, in Fitnessstudios, Sporthallen oder Schwimmbädern.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte erneut eine Debatte über Zugänge nur für Geimpfte und Genesene («2G») ausgelöst. «2G wird so oder so ab einem bestimmten Zeitpunkt kommen, und mir wäre es lieber, wir würden jetzt ehrlich drüber reden als es zu vertagen bis nach der Bundestagswahl», sagte er am Dienstagabend in der ARD. Mit Tests alleine könne man die vierte Welle nicht brechen.

(dpa)

Macron: Gesundheitslage in Frankreich ist mehr als schwierig

10:51
11.08.2021
Angesichts immer weiter steigender Infektionszahlen hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zu Wachsamkeit aufgerufen. «Unter dem Einfluss der sogenannten Deltavariante ist die Gesundheitssituation mehr als schwierig», sagte er am Mittwoch in der präsidialen Sommerresidenz in Brégançon zum Auftakt eines Beratungstreffens. Die Gesundheitskrise sei noch nicht überstanden.

Besonders besorgt zeigte sich der Präsident ob der Lage in den Überseegebieten Guadeloupe und Martinique. Die dramatische Lage dort erfordere die uneingeschränkte Solidarität der gesamten Nation. Mehr als 300 Einsatzkräfte aus dem Pflegebereich und der Feuerwehr erreichten die beiden karibischen Inseln diese Woche vom französischen Festland aus.

In den vergangenen Wochen waren die Infektionszahlen auf den französischen Antillen in die Höhe geschossen. Innerhalb einer Woche steckten sich auf Martinique auf 100 000 Menschen zuletzt mehr als 1100 an, auf Guadeloupe lag der Wert sogar über 1800. Vollständig geimpft seien aber nur etwa 20 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen, sagte Macron. Landesweit liegt die Impfquote mit etwa 56 Prozent deutlich höher. Die Kapazität in den Krankenhäusern auf den Inseln sei begrenzt, es gebe eine «Explosion schwerer Verläufe».

Um das Aufflammen des Virus in den Griff zu bekommen, sind die beiden Inseln bereits im Lockdown. Überseeminister Sébastien Lecornu kündigte dem Sender France Info zufolge an, dass die Regeln auf Guadeloupe dennoch weiter verschärft werden müssten.

Auch auf dem französischen Festland bereite die Gesundheitssituation Sorge, sagte Macron, etwa in den südlichen Regionen Provence-Alpes-Côte-d'Azur und Okzitanien sowie auf Korsika. In den dortigen Krankenhäusern wurden Notfallpläne aktiviert, um mehr Patienten aufnehmen zu können.

Landesweit steckten sich zuletzt auf 100 000 Menschen innerhalb einer Woche etwa 235 an. Die Infektionen schießen aber nicht mehr so schnell in die Höhe wie noch im Juli. Macron zufolge wird man noch mehrere Monate mit dem Virus leben müssen. Ziel sei es, alle Französinnen und Franzosen, die geimpft werden könnten, zu impfen.

(dpa)

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