Die Bundesregierung setzt beim weiteren Corona-Kurs vorerst auf Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Innenräumen auch für Ungeimpfte mit negativem Test - nicht nur für Geimpfte und Genesene. Die Einführung dieser Testpflicht sei gemeinsam mit den Ländern am Dienstag beschlossen worden, machte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin deutlich. Dabei gehe es darum, frühzeitig mit relativ niedrigschwelligen Maßnahmen zu verhindern, «dass die Situation eskaliert und man überhaupt über andere Maßnahmen nachdenken muss». Die Situation sei aber weiter zu beobachten.
Seibert erläuterte, dabei stünden das Infektionsgeschehen, die Entwicklung der Impfquote und Auswirkungen auf das Gesundheitswesen im Blick. Dann sei gegebenenfalls zu schauen, ob weitere Maßnahmen notwendig seien. Wenn sich alle an das beschlossene Vorgehen hielten und dies wirksam sei, bestünden gute Chancen, damit die Pandemie wieder ein Stück in den Griff zu bekommen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Dienstag beschlossen, dass als einheitliches Instrument spätestens ab 23. August die «3G-Regel» beim Zugang zu bestimmten Innenräumen greifen soll: Hinein oder teilnehmen kann nur, wer geimpft, genesen oder frisch negativ getestet ist. Gelten soll dies etwa für Kliniken, Pflegeheime, Innengastronomie und Veranstaltungen drinnen, beim Friseur, in Fitnessstudios, Sporthallen oder Schwimmbädern.
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte erneut eine Debatte über Zugänge nur für Geimpfte und Genesene («2G») ausgelöst. «2G wird so oder so ab einem bestimmten Zeitpunkt kommen, und mir wäre es lieber, wir würden jetzt ehrlich drüber reden als es zu vertagen bis nach der Bundestagswahl», sagte er am Dienstagabend in der ARD. Mit Tests alleine könne man die vierte Welle nicht brechen.