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20210811101504

Industrie kritisiert Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona

09:57
11.08.2021
Der Bundesverband der Deutschen Industrie hält die Beschlüsse von Bund und Ländern für nicht ausreichend, um die Corona-Pandemie einzudämmen. «Angesichts der nahenden vierten Corona-Welle ist das Treffen einen konkreten, einheitlichen und praxistauglichen Maßnahmenfahrplan schuldig geblieben», kritisierte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Mittwoch in Berlin. Impfen sei die einzige Antwort auf die wieder steigende Virus-Ausbreitung. «Echte Impulse zum Zünden des Impfturbos fehlen. Oberste Prämisse der Politik muss es sein, einen weiteren Lockdown mit hohen ökonomischen und sozialen Kosten unbedingt zu verhindern.»

Die Politik lasse die Unternehmen mit Blick auf die Fortführung der Testangebotspflicht für Ungeimpfte im Dunkeln stehen, kritisierte Lang weiter. Die Befreiung Geimpfter und Getesteter von staatlichen Testauflagen und bestimmten Quarantänepflichten sei zu begrüßen. «Richtig ist es, zur Bewertung der Krisenlage einen neuen Indikatoren-Dreiklang aus Inzidenz, Hospitalisierung und Impfquote einzuführen. Bund und Länder haben nicht beantwortet, wie diese neuen Indikatoren zu einer Veränderung der Corona-Schutzmaßnahmen führen. Das ist zu wenig.»

(dpa)

KfW mit Milliardengewinn - Nachfrage nach Corona-Hilfen flacht ab

09:56
11.08.2021
Die staatliche Förderbank KfW hat das beste Halbjahresergebnis der vergangenen zehn Jahre erwirtschaftet. Die Gruppe wies nach Angaben vom Mittwoch in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Konzerngewinn von 1,396 Milliarden Euro aus. Im Vorjahreszeitraum auf dem Höhepunkt der Corona-Krise stand noch ein Verlust von 576 Millionen Euro. Damals belasteten vor allem eine zusätzliche Risikovorsorge für Kredite und Abschläge an Beteiligungen die Bilanz. Diese Effekte kehrten sich nun um, erläuterte der scheidende KfW-Chef Günther Bräunig.

Die Bankengruppe profitierte von einem stabilen operativen Ergebnis, positiven Wertentwicklungen bei Beteiligungen und Nettoauflösungen bei der Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite. Allein im zweiten Quartal erzielte das Institut ein Ergebnis von 827 Millionen Euro.

Die Nachfrage nach Corona-Hilfen der Förderbank sank infolge des Ende des Lockdowns. «Seit der Aufhebung der meisten pandemiebedingten Einschränkungen sind die deutsche Wirtschaft und vor allem viele Dienstleistungsunternehmen wieder auf einem kräftigen Erholungskurs», erläuterte Bräunig. «Damit sinkt die Nachfrage nach KfW-Corona-Hilfen, und die Förderung der strukturellen Transformation steht wieder mehr im Vordergrund.»

Die Förderbank unterstützt unter anderem mit Hilfsprogrammen im Auftrag des Bundes zusammen mit Banken und Sparkassen Unternehmen, die wegen der Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind. Seit dem Start der Programme im März 2020 hat die KfW 58,6 Milliarden Euro an Krediten im In- und Ausland zugesagt (Stand 31. Juli).

Das Fördervolumen in den ersten sechs Monaten belief sich auf 49,8 Milliarden Euro nach 76,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2020. Gegenüber dem Vergleichszeitraum der Jahre zuvor sei das Volumen jedoch deutlich gestiegen, betonte die KfW. Im Inland waren vor allem Förderprogramme für energieeffizientes Bauen stark gefragt.

Nachfolger Bräunigs wird zum 1. Oktober der Investmentbanker und langjährige Citigroup-Manager Stefan Wintels (54). Um den Übergang zu begleiten, verlässt der 65-jährige Bräunig das Institut erst Ende Oktober. Bräunig und Wintels werden somit im Oktober als Co-Chefs fungieren.

(dpa)

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