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SPD-Chef Stoch: Zwischen Geimpften und Getesteten unterscheiden

04:40
10.08.2021
In der Corona-Pandemie sollten Getestete und Geimpfte nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Andreas Stoch nicht länger in allen gesellschaftlichen Bereichen gleich behandelt werden. «Es ist bei Geimpften deutlich weniger wahrscheinlich als bei Ungeimpften, dass sich das Virus überträgt», sagte Stoch der dpa vor den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag.

Zudem sei bei den Tests der Anteil der falsch negativ Getesteten relativ hoch. Deshalb gebe es nach wissenschaftlichem Stand ein Risiko, dass Menschen nach einem falschen Corona-Test eine Veranstaltung besuchten und dort unter Umständen das Virus in der Menge verbreiteten.

Stoch sprach sich zudem für ein Ende des Gratisangebots an Corona-Schnelltests aus. Er halte es für nachvollziehbar, wenn Tests etwas kosteten für Menschen, die sich bewusst nicht impfen lassen wollten. Zuvor hatte sich unter anderem auch der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), für kostenpflichtige Tests ausgesprochen.

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen wollen die Landesregierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag beraten, wie sich die anrollende vierte Welle flach halten lässt. Im Fokus der politischen Debatte steht die Frage, wie mehr Menschen zum Impfen bewegt werden können - und ob es für Nicht-Geimpfte Einschränkungen geben soll.

(dpa)

Long Covid als Herausforderung für das Gesundheitssystem

04:39
10.08.2021
Vor der Corona-Pandemie absolvierten jährlich rund eine Million Menschen in Deutschland eine Rehabilitation (Reha), um wieder fit fürs Arbeitsleben zu werden, zum Beispiel nach einer Krebs-Behandlung oder einem Schlaganfall. Wenn jetzt einige 100 000 Betroffene mit Long Covid hinzukämen, sei das eine große Herausforderung für das Versorgungssystem, heißt es von der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (Degemed). Derzeit warten Betroffene teilweise noch sehr lange, bevor sie Hilfe bekommen.

Die meisten Berufstätigen können eine Reha über die Deutsche Rentenversicherung beantragen, die zum Beispiel im Bereich Braunschweig-Hannover eine eigene Hotline für Long-Covid-Betroffene eingerichtet hat. Wer nicht bei der Rentenversicherung versichert ist, muss sich an seine Krankenkasse oder -versicherung wenden. Bei einer Anerkennung der Covid-19-Erkrankung als Berufskrankheit beziehungsweise Arbeitsunfall können auch die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse für Leistungen aufkommen.

Ziel einer Reha ist immer, die Menschen zurück in den Job zu bringen. In Folge ihrer Corona-Infektion fehlten in diesem und im vergangenen Jahr Tausende Menschen über Monate am Arbeitsplatz. Das berichteten die Krankenkassen Barmer und AOK Ende Juni. Besonders lange krankgeschrieben waren Covid-19-Patienten den Angaben zufolge nach einem Klinikaufenthalt.

(dpa)

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