In der Corona-Pandemie sollten Getestete und Geimpfte nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Andreas Stoch nicht länger in allen gesellschaftlichen Bereichen gleich behandelt werden. «Es ist bei Geimpften deutlich weniger wahrscheinlich als bei Ungeimpften, dass sich das Virus überträgt», sagte Stoch der dpa vor den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag.
Zudem sei bei den Tests der Anteil der falsch negativ Getesteten relativ hoch. Deshalb gebe es nach wissenschaftlichem Stand ein Risiko, dass Menschen nach einem falschen Corona-Test eine Veranstaltung besuchten und dort unter Umständen das Virus in der Menge verbreiteten.
Stoch sprach sich zudem für ein Ende des Gratisangebots an Corona-Schnelltests aus. Er halte es für nachvollziehbar, wenn Tests etwas kosteten für Menschen, die sich bewusst nicht impfen lassen wollten. Zuvor hatte sich unter anderem auch der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), für kostenpflichtige Tests ausgesprochen.
Angesichts wieder steigender Infektionszahlen wollen die Landesregierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag beraten, wie sich die anrollende vierte Welle flach halten lässt. Im Fokus der politischen Debatte steht die Frage, wie mehr Menschen zum Impfen bewegt werden können - und ob es für Nicht-Geimpfte Einschränkungen geben soll.