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20210810043807

Betroffene wünschen Long-Covid-Ambulanzen in ganz Deutschland

04:37
10.08.2021
Betroffene und Mediziner setzen sich für eine bessere Versorgung von Menschen mit dem neuen Krankheitsbild Long Covid ein. So fordert die Betroffenen-Initiative Long Covid Deutschland in einer Online-Petition die Bundesregierung dazu auf, in allen Regionen die Einrichtung fächerübergreifender Ambulanzen zu fördern. In Großbritannien und den USA seien auf Regierungsebene bereits derartige Initiativen zu Long Covid gestartet worden. Die Petition unterschrieben bereits mehr als 50 000 Menschen.

Von Long Covid spricht man, wenn nach einer überstandenen Infektion neue Symptome hinzukommen oder diese länger als vier Wochen bestehen. Nach ersten Studien sind mindestens zehn Prozent der Corona-Infizierten von Langzeitfolgen betroffen - das wären allein in Deutschland mehr als 300 000 Menschen seit Beginn der Pandemie.

Das postvirale Fatigue-Syndrom - eine lähmende Müdigkeit und fehlende Belastbarkeit - gehört zu den häufigsten Folgen. Es gibt Dutzende Langzeit-Beschwerden, die etwa Atmung, Psyche, Konzentrationsfähigkeit oder Gedächtnis betreffen. «Bei diesen Krank-Genesenen muss genau hingeschaut werden, wo der Schwerpunkt der Beschwerden liegt», sagte Christof Lawall, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (Degemed). Die Menschen müssten zügig die passende Hilfe bekommen. Darauf sei das Versorgungssystem noch nicht vorbereitet.

Inzwischen haben einige Rehabilitations-Kliniken fächerübergreifende Angebote für Long-Covid-Patienten entwickelt. Im niedersächsischen Reha-Klinikum Bad Rothenfelde der Deutschen Rentenversicherung zum Beispiel wurden seit April 2020 bisher gut 130 Long-Covid-Betroffene behandelt.

(dpa)

Merz vor Corona-Beratungen: «Es darf keinen weiteren Lockdown geben»

04:36
10.08.2021
In der Debatte um die künftige Corona-Strategie fordert der CDU-Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz den Verzicht auf einen weiteren Lockdown auch bei steigenden Infektionszahlen im Herbst. «Es darf keinen weiteren Lockdown geben», sagte Merz der Deutschen Presse-Agentur vor Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Dienstag. Es gebe «keinen Grund für erneute Schließungen von Schulen und Geschäften, denn der Inzidenzwert hat wegen den Fortschritten beim Impfen keine Aussagekraft mehr». Auch eine Überlastung der Intensivstationen sei dank der Impfungen sehr unwahrscheinlich geworden. «Für Geimpfte, Genesene und Getestete muss deshalb auch im Herbst bei höheren Inzidenzen ein normales Leben möglich sein.»

Merz appellierte zugleich an die Bundesbürger, sich impfen zu lassen, und begrüßte Pläne, das Angebot kostenloser Corona-Tests im Herbst auslaufen zu lassen. Der Corona-Kurs für den Herbst ist am Dienstag ein Thema von Beratungen von Bund und Ländern.

(dpa)

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