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Frau mit Coronainfektion besucht Tochter in Klinik - Urteil erwartet

16:35
09.08.2021
Trotz des Verdachts auf eine Coronavirusinfektion hat eine Frau während der Pandemie im Herbst 2020 ihre operierte Tochter in einer Klinik im Harz besucht. Am Amtsgericht Quedlinburg wird am Dienstag (14.30 Uhr) das Urteil gegen die Mutter erwartet. Die Staatsanwaltschaft forderte eine sechsmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Die heute 72-Jährige ist wegen Hausfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Klinik hatte sie angezeigt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Frau dem Krankenhaus als Besucherin schriftlich erklärt, dass sie keine Symptome einer Coronavirus-Infektion habe. Vor Gericht sagte sie, sie habe sich Sorgen um ihre operierte Tochter gemacht.

Nach Erkenntnissen der Ermittler war die Frau kurz vor dem Klinikbesuch in einer Fieberambulanz, um einen Corona-Test (PCR-Test) machen zu lassen. Obwohl das Ergebnis noch nicht vorlag, besuchte sie ihre Tochter im Krankenhaus. Das Gesundheitsamt informierte über das positive Testergebnis. In der Konsequenz musste laut Anklage unter anderem eine Operation einer Patientin verschoben werden.

(dpa)

Steinmeier gibt Gartenfest für Engagierte in der Corona-Krise

16:34
09.08.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender laden Menschen, die sich in der Corona-Krise besonders engagiert haben, zu einer Gartenparty ins Schloss Bellevue ein. Das Dankesfest für Bürgerinnen und Bürger, die sich während der Pandemie in Beruf oder Ehrenamt hervorgetan haben, soll am 20. August im Schlosspark stattfinden, wie das Bundespräsidialamt am Montag mitteilte.

«Mit dem Gartenfest bedanken sich der Bundespräsident und Elke Büdenbender stellvertretend bei Millionen weiteren Engagierten in Deutschland», hieß es weiter. Eingeladen seien unter anderem Pflegerinnen, Ärztinnen, Erzieher, Forscherinnen, Lehrer, Auszubildende, Studierende, Frisöre, Hebammen, Müllwerker, Bestatter und Einzelhändler. «Sie sind es, die unsere Gesellschaft durch ihr Engagement, ihren Ideenreichtum und mit ihrer Tatkraft in dieser herausfordernden Zeit zusammenhalten und unseren Alltag möglich machen.»

(dpa)

Tübingen will weiter kostenlose Corona-Tests anbieten

12:10
09.08.2021
Ungeachtet der Diskussion um ein Ende der Gratis-Corona-Tests werden in Tübingen weiter kostenlose Schnelltests angeboten. Nach Auskunft von Notärztin Lisa Federle, die mit ihrem Team das «Tübinger Modell» bundesweit bekannt gemacht hatte, hat Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) diesem Vorschlag zugestimmt. «Wir bekommen kein Geld von der Stadt, sondern finanzieren uns aus Spenden und dem Geld, das wir schon bekommen haben für die Tests», sagte Federle am Montag. Besonders mit Blick auf die zu erwartenden Erkältungserkrankungen im Herbst und Winter - mit Halsweh, Husten und Schnupfen - müsse es ein niedrigschwelliges Test-Angebot geben, um dies von Corona unterscheiden zu können. Impfen sei zudem weiter wichtig.

Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Baden-Württemberg, Stephan Weil (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne), haben sich dafür ausgesprochen, Corona-Tests künftig in der Regel nicht mehr gratis anzubieten. So sagte Kretschmann der «Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten» (Montag): «Auf Dauer wird die öffentliche Hand die Tests nicht finanzieren können. Das ist auch eine Frage von fairer Lastenverteilung, denn es gibt ja ein kostenfreies Impfangebot für alle.» Kretschmann erhofft sich von der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag eine Linie, wie es im Herbst weitergehen soll.

Im Rahmen des Modellversuchs «Öffnen mit Sicherheit» hatten Bürger in Tübingen von März an gegen Vorlage eines negativen Corona-Tests Außengastronomie, Einzelhandel und Kulturvorführungen besuchen können. Federle bietet diese Tests mit ihrem Team schon seit Herbst des vergangenen Jahres an.

Oberbürgermeister Palmer schrieb auf seiner Facebookseite am Wochenende: «Nach dem Willen vieler Politiker sollen Tests nicht mehr kostenlos sein. Das ist Druck mit dem Geldbeutel auf Menschen, die nicht geimpft sind. Wenn Menschen mit geringem Einkommen von der Gesellschaft weitgehend ausgeschlossen werden, oder aber keinen Test machen, weil ihnen das zu teuer ist, und sie dann die Infektion weitergeben, dann ist das viel negativer zu bewerten als die Übernahme der Kosten durch die Allgemeinheit.

(dpa)

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