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Museum gibt Ausblick auf große «Seuchen»-Ausstellung im Herbst

13:51
19.07.2021
Infektionskrankheiten haben die Menschheit zu allen Zeiten bedroht. Die tödliche Gefahr, aber auch die medizinischen Fortschritte beleuchtet die Ausstellung «Seuchen. Fluch der Vergangenheit - Bedrohung der Zukunft», die vom 2. Oktober 2021 bis zum 1. Mai 2022 im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM) zu sehen sein soll. Die Planungen für die Ausstellung laufen bereits seit dem Jahr 2018, mit der Corona-Pandemie hat sie laut Kurator Oliver Gauert eine «ungeahnte Aktualität» bekommen. Es handele sich um die größte Ausstellung, die jemals zu diesem Thema gezeigt worden sei, sagte Gauert.

Auf insgesamt 1800 Quadratmetern sollen die Besucherinnen und Besucher eine Zeitreise vom Alten Ägypten bis zur Gegenwart unternehmen. Bereits fertiggestellt ist ein Nachbau der Bibliothek von Alexandria. Grundlage sind schriftliche Quellen, denn Überreste der zerstörten Bibliothek aus dem antiken Ägypten wurden nie gefunden. «Der Ort war ein Forschungsinstitut, wo die bedeutendsten Ärzte der Antike wirkten», sagte Gauert.

Für sein Projekt konnte er zahlreiche Kooperationspartner gewinnen. So sind unter anderem das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das Paul-Ehrlich-Institut sowie die Medizinische Hochschule Hannover beteiligt. Umfangreich informiert werden soll beispielsweise über das Für und Wider des Impfens.

Ursprünglich war der Start der Seuchen-Ausstellung schon für Ende August geplant, doch die Corona-Pandemie verzögerte unter anderem die Anschaffung von Material für den aufwendigen Aufbau. Im Laufe des Sommers sollen noch spektakuläre Objekte geliefert werden, darunter ein Nachbau des HI-Virus, das unbehandelt Aids auslösen kann. Auch Gemälde berühmter Künstler sollen in Hildesheim zu sehen sein. 

Große Nachfrage nach Hilfsprogramm für Soloselbstständige

13:27
19.07.2021
 Die Nachfrage nach dem neu aufgelegten Corona-Hilfsprogramm für Soloselbstständige, "Neustarthilfe Plus", ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums groß: Bis zum Vormittag gingen knapp 7300 Anträge mit einer beantragten Gesamtfördersumme von 26,6 Millionen Euro ein, wie das Ministerium mitteilte. Mit dem Hilfsprogramm hat die Bundesregierung die Unterstützung für Soloselbständige, die stark von der Corona-Pandemie betroffen sind, erhöht und bis Ende September verlängert.

Im Zeitraum Januar bis Juni hatte die maximale Förderhöhe bei 1250 Euro pro Monat gelegen, für das dritte Quartal Juni bis September gilt nun eine Förderhöhe von 1500 Euro. Aktuell können natürliche Personen die "Neustarthilfe Plus" beantragen. Für Soloselbstständige, die als juristische Person organisiert sind, startet die Antragsstellung laut Wirtschaftsministerium "in wenigen Wochen".

Die Bundesregierung hatte Mitte Juni die Verlängerung der zentralen Corona-Hilfsprogramme bis zum 30. September 2021 als "Überbrückungshilfe III Plus" und "Neustarthilfe Plus" beschlossen. . Die "Neustarthilfe Plus" können hauptberuflich Selbstständige - als Freiberufler oder Gewerbetreibende - sowie Künstlerinnen und Künstler mit kurzfristigen Engagements, einem sogenannten unständigen Arbeitsverhältnis, beantragen. 

dpa

Myanmar trägt immer mehr Corona-Tote zu Grabe - kaum noch Sauerstoff

12:58
19.07.2021
Knapp sechs Monate nach dem Militärputsch in Myanmar sterben in dem Krisenland immer mehr Menschen an den Folgen von Covid-19. In den vergangenen Tagen seien allein in der größten Stadt Yangon mehr als 1000 Tote auf drei großen Friedhöfen beerdigt worden, berichteten lokale Medien und Bestattungsunternehmen. Die Lage bleibt aber unübersichtlich. Die wahre Zahl der Kranken und Toten soll laut Ärzten und Beobachtern viel höher sein als die offizielle Statistik der Junta.

«Viele Leute sterben, weil es nicht genug Sauerstoff gibt», sagte Shwe Shwe, die als freiwillige Helferin im Einsatz ist, um Sauerstoff für Kranke zu besorgen. «Wir versuchen alles, aber es ist sehr schwer, weil es unter der Junta keinerlei Krisenmanagement gibt», erzählte sie der Deutschen Presse-Agentur. Der private Verkauf von Sauerstoff war zuletzt stark beschränkt worden - dieser solle nur «unter Aufsicht» verwendet werden, hatten die Generäle angekündigt.

Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, dass innerhalb von 24 Stunden rund 5200 Neuinfektionen bestätigt worden seien. Im gleichen Zeitraum seien 231 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Insgesamt bezifferte die Junta die bisherige Zahl der Corona-Toten in dem südostasiatischen Land auf 5000.

«Die offiziellen Zahlen basieren auf Tests, die sie gemacht haben», sagte der Arzt Phyo Min. «Aber die meisten Menschen gehen nicht in die Krankenhäuser, oder sie haben bereits Covid und sterben.»

Eines der größten Probleme ist das Misstrauen der Menschen in das staatliche Gesundheitssystem, das jetzt von der Junta geführt wird. Viele Mediziner und Pfleger weigern sich, in staatlichen Krankenhäusern zu arbeiten. Gleichzeitig werden viele Ärzte auch verfolgt, weil sie im Widerstand aktiv sind. Die meisten Privatkliniken sind überfüllt.

Myanmar versinkt seit dem Umsturz von Anfang Februar in Gewalt und Chaos. Die Armee unterdrückt jeden Protest brutal. Tausende Gegner wurden bereits festgenommen.