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Sachsen kippt Maskenpflicht beim Einkaufen

18:15
13.07.2021
Dresden  - In Sachsen darf in der Corona-Krise von Freitag an ohne Maske in Supermärkten und Läden eingekauft werden. Voraussetzung ist eine Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn, kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach einer Sitzung des Kabinetts an.

Ein Mund-Nasen-Schutz muss aber weiter in Bus und Bahn sowie in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen getragen werden. Derzeit liegen alle Landkreise und Städte im Freistaat unter dem Schwellenwert von zehn wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Sachsenweit liegt die Inzidenz bei 2,2.

In der Corona-Schutzverordnung, die vom 16. bis zum 28. Juli gilt, hat Sachsen zudem seine Regeln für Großveranstaltungen angepasst - und folgt damit einer Empfehlung der Staatskanzleichefs der Bundesländer. Demnach sind ab Freitag Veranstaltungen mit bis zu 25.000 Zuschauern unter Auflagen möglich. Voraussetzung ist eine stabile Inzidenz unter 35. Zwar gilt für sämtliche Großveranstaltungen - vom Fußballspiel bis hin zum Konzert - eine maximale 50-Prozent-Auslastung. Von dieser Regel könnten die örtlichen Gesundheitsämter nach Rücksprache abweichen. Geimpfte und Genesene werden bei der Besucherzahl mitgezählt.

Zudem müssen die Arbeitnehmer nach dem Urlaub bei ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz einen negativen Corona-Test vorlegen. Das gilt für alle, die länger als fünf Tage weg waren - unabhängig vom Aufenthaltsort. Die Regelung greift zu Beginn der Sommerferien in Sachsen zum 26. Juli. Köpping rief dazu auf, die Testpflicht ernst zu nehmen. Unterwegs könne man sich unbemerkt mit dem Virus infizieren und dann am Arbeitsplatz weiter geben. Geimpfte und Genesene müssen keinen Negativtest machen.

Kein Termin mehr für Impfung benötigt

Zugleich will Sachsen das Impfen weiter erleichtern. Ab sofort fällt in den Impfzentren die Terminvergabe komplett weg. "Sie können einfach ins Impfzentrum gehen und werden geimpft", sagte Köpping. Bislang galt die Regelung, dass man sich ab 14.00 Uhr in den Impfzentren ohne Termin impfen lassen konnte. Auch unter den Impfstoffen könne man mittlerweile auswählen. Erneut appellierte die Ministerin an die Impfbereitschaft: "Wenn wir einen guten Herbst haben wollen, bedeutet das, dass wir uns impfen lassen müssen." Mittlerweile sind 40 Prozent der Menschen in Sachsen vollständig geimpft.

Gleichzeitig sprach sich Köpping gegen eine mögliche Impfpflicht aus. Stattdessen sollte es lieber mehr Aufklärung und niedrigschwellige Angebote etwa in Einkaufszentren geben. Geldprämien als Anreiz für Impfungen sind nicht geplant.

Unterdessen arbeitet der Freistaat an einem Stufenplan für eine Teststrategie. Bei einer steigenden Inzidenz sollen die Test-Kapazitäten schnell wieder hochgefahren werden können, sagte Köpping. Gerade für Urlaubsrückkehrer sollte es gute Test-Möglichkeiten geben. Rund 600.000 Schnelltests seien vorrätig. Auch ein Konzept für das Impfen ab Ende September wird erarbeitet - dann schließen die Impfzentren. "Wir werden noch einmal eine Kampagne durchführen zur Steigerung der Impfbereitschaft." Eine hohe Impfquote sichere, das beispielsweise Gaststätten lange geöffnet bleiben können.

dpa

Improvisation gefragt: Theater Rudolstadt spielt gegen Corona an

17:07
13.07.2021
Volles Programm und eine große Baustelle: Trotz Corona-Unsicherheiten will das Theater Rudolstadt die kommende Spielzeit optimistisch angehen. Bis zum Sommer 2022 sind 21 Premieren geplant, wie das Theater bei der Vorstellung seines Spielplans am Dienstag bekanntgab. Unter dem Schiller-Motto «Es ist nicht alles mehr wie sonst – es ist ein Wandel vorgegangen» will das Ensemble unter Intendant Steffen Mensching die Zeit nach Corona mitsamt der sozialen Veränderungen in den Blick nehmen, Perspektivwechsel wagen und entstandene Konflikte beleuchten.

Anvisierter Startschuss für das neue Programm ist der 18. September. Zunächst sollen 100 Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Vorstellungen zugelassen werden, sagte Theatersprecherin Friederike Lüdde der Deutschen Presse-Agentur. Sie hoffe, dass nicht wie im vergangenen Jahr ein neuerlicher Lockdown die Spielzeit abrupt beendet. Rund 80 Prozent der Einnahmen an den Kassen seien dadurch weggebrochen. Durch Kurzarbeitergeld und weiter fließende Zuschüsse sei das Theater aber durch die Krise gekommen. In diesem Jahr müsse man die Planung zur Not eben anpassen: «Das ständige Improvisieren ist zum Dauermodus geworden.»

Improvisieren muss das Theater auch weiterhin bei seiner Spielstätte, denn das Haupthaus ist nach wie vor eine große Baustelle. Die Renovierungen zum Hochwasserschutz ziehen sich noch bis mindestens 2023, wie Lüdde sagte. Eigentlich sei 2019/20 geplant gewesen, wegen Corona und einem Planer-Wechsel habe es aber Verzögerungen gegeben. Auch die alte Bausubstanz bereite Probleme. Die Kosten seien wegen der hohen Preise für Baustoffe um drei Millionen auf 17 Millionen Euro gestiegen. Auch der Abriss und anschließende Neubau eines Teils des Hauses wird derzeit diskutiert.