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Bei der WHO gemeldete Corona-Todeszahlen stark gestiegen

11:45
28.07.2021
Genf - Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Toten weltweit ist innerhalb einer Woche stark angestiegen: um 21 Prozent auf 69 000 in sieben Tagen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf berichtete. Die WHO bezieht sich auf Regierungsangaben für die Woche vom 19. bis 25. Juli. Insgesamt seien bislang mehr als vier Millionen Menschen weltweit nach einer Infektion gestorben. Experten verweisen darauf, dass nicht alle Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus an Covid-19 sterben, gemeldet werden. Andererseits hatten einige Gestorbene schwere Vorerkrankungen.

Die Zahl der in der vergangenen Woche gemeldeten Infektionen lag bei 3,8 Millionen, das waren acht Prozent mehr als in der Vorwoche. Auf dem amerikanischen Kontinent stiegen sowohl Infektions- als auch Totenzahlen deutlich. Ebenso starben mehr Menschen in Südostasien. Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 sind fast 194 Millionen Infektionen gemeldet worden.

Die WHO betrachtete auch mehr als 90 Studien über die Wirksamkeit der von der WHO zugelassenen Impfstoffe in der Realwelt. Eine WHO-Notfallzulassung erhielten bislang die Mittel von Astrazeneca, Johnson&Johnson, Moderna, Pfizer/Biontech, Sinovac und Sinopharm. Das Bild sei nicht vollständig, weil mehr als 60 Prozent der Studien aus nur drei Ländern mit frühen Impfkampagnen stammten (Israel, USA und Großbritannien) und 71 Prozent nur Astrazeneca und Pfizer/Biontech betrachteten.

Allgemein lasse sich sagen, dass die Impfstoffe gut vor schweren Krankheitsverläufen schützen, so die WHO: Die Wirksamkeit habe bei den Impfstoffen von Astrazeneca, Moderna, Pfizer/Biontech und Sinovac bei über 80 Prozent gelegen. Bei Astrazeneca und Pfizer/Biontech seien auch bei Infektionen mit der hochansteckenden Delta-Variante des Virus die Zahl der schweren Verläufe deutlich reduziert worden. Zu den anderen Mitteln liegen keine oder nicht genügend Studien vor.

Die WHO verweist darauf, dass sich ein gewisser Prozentsatz von Geimpften mit dem Coronavirus anstecken kann, was auch bei anderen Krankheiten üblich sei. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass sich bei Infizierten, die mindestens einmal geimpft waren, die Ansteckung von Mitglieder des eigenen Haushalts um 50 Prozent reduzierte und noch wesentlich stärker ein bis zwei Wochen nach der zweiten Impfung.

dpa

Hamburg: Erste Bar-Gäste melden Symptome

11:00
28.07.2021
Die Hamburger Sozialbehörde befürchtet einen Corona-Ausbruch in der Bar "Sands" am Dammtor-Bahnhof. Die meisten Gäste sollen sich zwar draußen unter freiem Himmel aufgehalten haben, dennoch befürchtet die Sozialbehörde, dass am vergangenen Sonnabend ein Gast andere Menschen infiziert haben könnte.

Denn dieser war allem Anschein nach hoch ansteckend, beim ihm traten nach Behördenangaben bereits am Folgetag schwere Symptome auf. Zudem wurde an besagtem Abend auf der Terrasse der Bar nach Einschätzung der Behörde wohl ziemlich ausschweifend getanzt, gefeiert und gesungen. Sie ruft Gäste des "Sands" daher für Donnerstag zum Reihentest auf. Ein halbes Dutzend Gäste habe sich bereits mit Corona-Symptomen bei der Sozialbehörde gemeldet, erklärte deren Sprecher Martin Helfrich.

Briten spenden erstmals Impfdosen ins Ausland

10:32
28.07.2021
London - Mehr als sieben Monate nach dem Start der eigenen Impfkampagne spendet Großbritannien erstmals Corona-Impfdosen ins Ausland. Insgesamt gibt das Land neun Millionen Astrazeneca-Impfdosen ab, wie das britische Außenministerium am Mittwoch erklärte. Fünf Millionen davon gehen an das UN-Impfprogramms Covax, vier Millionen direkt an einzelne Staaten, viele davon in Südostasien. 817 000 Dosen sollen nach Kenia geliefert werden, davon 400 000 noch in dieser Woche. Bis Mitte nächsten Jahres will das Vereinigte Königreich 100 Millionen Impfdosen abgeben.

«Wir tun dies, um den am meisten Gefährdeten zu helfen, aber auch, weil wir wissen, dass wir nicht sicher sein werden, bis alle sicher sind», sagte Außenminister Dominic Raab einer Mitteilung zufolge. Großbritannien hatte bei den Herstellern so viel Impfstoff bestellt, dass es ausreichen würde, um die eigene Bevölkerung mehrfach zu impfen. Da das Land bislang jedoch kaum Impfstoff exportierte und keine Dosen spendete, wurde den Briten immer wieder Impfnationalismus vorgeworfen.

Dass die Regierung nun bereitwillig dem internationalen Covax-Programm nicht nur Geld gibt, sondern auch Impfstoff zur Verfügung stellt, dürfte auch damit zu tun haben, dass die britische Impfkampagne in den Endspurt geht. Mehr als 88 Prozent der erwachsenen Briten haben bereits eine Dosis erhalten, knapp 71 Prozent sind vollständig geimpft. Da die ältere Bevölkerung weitgehend durchgeimpft ist, sind derzeit vor allem noch die jüngeren Erwachsenen an der Reihe. Wegen seltener Blutgerinnsel wird der Impfstoff von Astrazeneca an diese Altersgruppe jedoch wie in vielen anderen Ländern gar nicht mehr vergeben.

dpa