Letztes Update:
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Proteste in Australien

14:44
25.07.2021
Proteste gegen Corona-Maßnahmen mit Tausenden Teilnehmern gab es am Samstag auch in Sydney. Dort gilt wegen der Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus seit gut einem Monat ein strenger Lockdown. Ähnliche Kundgebungen wurden aus Brisbane und Melbourne gemeldet.

dpa

Slowakisches Parlament billigt Erleichterungen für Geimpfte

13:58
25.07.2021
In der Slowakei soll das digitale Covid-Zertifikat der EU künftig als Eintrittskarte zum Beispiel für Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe dienen können. Das Parlament in Bratislava schuf dafür die rechtliche Grundlage. Dafür stimmten nach Angaben der Agentur TASR 77 Abgeordnete des Nationalrats. Es gab 55 Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Zum Einsatz kommen soll der sogenannte Grüne Pass erst im Fall einer weiteren Coronavirus-Welle. Das Zertifikat gibt Aufschluss über eine vollständige Impfung oder einen negativen Test. Das Gesetzesvorhaben war von heftigen Protesten begleitet worden.

Am Freitag hatte die Polizei Tränengas eingesetzt, um Hunderte Impfgegner an der Stürmung des Parlamentsgebäudes zu hindern. Bei den Zusammenstößen wurde eine Polizistin verletzt. Kritik an dem Gesetz übte auch der sozialdemokratische Ex-Ministerpräsident Peter Pellegrini: Er warnte vor der Aufspaltung der Menschen in zwei Klassen.

Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky entgegnete, dass von Geimpften nur ein "minimales Risiko" ausgehe. In dem EU-Mitgliedsstaat mit knapp 5,5 Millionen Einwohnern sind inzwischen mehr als 1,9 Millionen Menschen vollständig geimpft. Im August will das Finanzministerium eine Impflotterie lancieren, um gegen die schwächelnde Impfbereitschaft vorzugehen.

dpa

Vor Corona nicht "wegducken": Kritik an britischem Minister

12:24
25.07.2021
London - Mit einer Aussage zu Corona hat der neue britische Gesundheitsminister Sajid Javid Kritik auf sich gezogen. «Bitte lasst euch impfen, wenn ihr es noch nicht getan habt, während wir lernen, mit dem Virus zu leben, anstatt uns davor wegzuducken», twitterte Javid am Samstag. Die Organisation Covid-19 Bereaved Families for Justice, die Angehörige von an Covid-19 Gestorbenen vertritt, bezeichnete den Kommentar als «zutiefst unsensibel», wie die BBC am Sonntag berichtete. Die Kritik bezog sich vor allem auf Javids Wortwahl: Er hatte das englische Wort «cower» benutzt, das sich im Deutschen mit «wegducken» oder «kauern» übersetzen lässt.

«Worte sind wichtig, und die Leichtfertigkeit und Nachlässigkeit dieser Aussage hat tiefes Leid verursacht», sagte der Mitgründer der Organisation, Jo Goodman. Der Labour-Politiker David Lammy warf Javid vor, Menschen zu verunglimpfen, die sich und ihre Familien einfach nur schützen wollten. Immerhin seien unter der konservativen Regierung 129 000 Briten an Covid gestorben. Javid löschte den Tweet am Sonntag und entschuldigte sich für seine «schlechte Wortwahl». Auch er habe geliebte Menschen an das Virus verloren und werde dessen Auswirkungen niemals kleinreden.

Javid hatte vor wenigen Wochen das Amt des Gesundheitsministers übernommen. Er gilt als Gegner strikter Corona-Maßnahmen. Seit einigen Tagen sind in England die meisten Beschränkungen aufgehoben, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien zuletzt bei 502 (Stand: 19. Juli) Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag. Seit einigen Tagen geht die Zahl der Neuinfektionen leicht zurück - ob der Trend anhält, ist jedoch fraglich.

Javid gab in dem Tweet auch seine eigene Genesung bekannt. Er war vor einer Woche trotz vollständiger Impfung positiv auf Corona getestet worden, hatte aber nur milde Symptome. Premierminister Boris Johnson musste nach einer Sitzung mit Javid ebenfalls in Quarantäne gehen.

dpa