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Leere Regale und volle Mülltonnen: «Pingdemic» macht Probleme

11:19
22.07.2021
Die hohe Zahl an Menschen in coronabedingter Quarantäne stellt Großbritannien vor neue Herausforderungen. Mehrere Supermärkte haben Probleme, ihre Regale zu befüllen, wie britische Medien am Donnerstag berichteten. In den sozialen Netzwerken kursieren Fotos von ersten leeren Regalen. In manchen Orten fällt der BBC zufolge außerdem die Leerung der Mülltonnen aus. Auch die Polizei warnt vor längeren Wartezeiten, da viele Kräfte ausfallen.

Schätzungen zufolge sollen sich derzeit rund 1,7 Millionen Briten selbst isolieren, da sie entweder an Covid-19 erkrankt sind oder als enge Kontakte von Infizierten «gepingt» - also von der englischen Corona-App oder vom Gesundheitsdienst - benachrichtigt wurden. Die «Pingdemic», wie das Phänomen von britischen Medien bezeichnet wird, hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob vollständig Geimpfte der Pflichtquarantäne entgehen können und sich stattdessen täglich testen dürfen. Ab Mitte August soll diese Regelung gelten. Bislang gelten Ausnahmen jedoch nur für Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Pilotprojektes oder etwa für Beschäftigte des Gesundheitsdienstes. Viele Branchen, darunter das British Retail Consortium sowie die Fleischindustrie, fordern weitere Ausnahmen für ihre Beschäftigten.

Die hochansteckende Delta-Variante lässt die Corona-Zahlen trotz hoher Impfquote im Vereinigten Königreich weiter ansteigen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 472 (Stand: 16. Juli). 

Weniger glücklich im Lockdown: Befragung von Erwachsenen

10:55
22.07.2021
Erwachsene in Deutschland sind zu Beginn der Corona-Pandemie etwas unzufriedener geworden - und zwar unabhängig vom Alter in ähnlichem Maße. Das geht aus einer Auswertung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe in Bamberg hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. «Dass der Rückgang der Zufriedenheit bei allen Altersgruppen etwa gleich stark war, hat uns überrascht», sagte Philipp Handschuh, Hauptautor der Auswertung. «Wir hatten vermutet, dass die Zufriedenheit der Älteren durch Reduktion der sozialen Kontakte besonders leidet.»

Im Mai und Juni 2020 - also während des ersten Lockdowns oder kurz danach - waren 2273 Männer und Frauen in Deutschland im Alter von 33 bis 76 Jahren zu ihrer subjektiv eingeschätzten Zufriedenheit in Bezug auf Gesundheit, Lebensstandard oder Familienleben befragt worden. Dabei kamen Durchschnittswerte von 6,8 bis 7,6 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 heraus. Das ist knapp ein Punkt weniger als vor der Pandemie. Der Befund zeige sich bei allen befragten Altersgruppen gleichermaßen, wie das Institut mitteilte.

Man müsse einschränken, dass bei der Online-Umfrage vor allem Ältere mit Zugang zu digitaler Technik erreicht wurden, die fehlende Kontakte damit zum Teil kompensieren konnten, sagte Handschuh.

Alle Altersgruppen sorgten sich demnach ähnlich um eine Überlastung des Gesundheitssystems oder eine längere schwere Wirtschaftskrise. Am größten war die Sorge, dass die Kluft zwischen Arm und Reich durch die Pandemie weiter wachsen würde.

Unterschiede gab es dagegen bei den Zukunftserwartungen - die Älteren waren hier wesentlich optimistischer. Befragte über 65 hielten etwa Geldprobleme, Einschränkungen des Lebensstandards sowie finanzielle Notlagen oder eine Corona-Infektion Angehöriger für deutlich unwahrscheinlicher als Jüngere.