Letztes Update:
20210720160302

Werner ruft Thüringer zur Rettung von Covid-19-Impfstoff auf

16:03
20.07.2021
Landesgesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hat die Menschen in Thüringen aufgefordert, kurzfristig frei gewordene Corona-Impftermine zu nutzen. Möglich sei dies über das Internetportal www.impfrettung.de, sagte Werner am Samstag in einer Videobotschaft im Kurznachrichtendienst Twitter. Damit könne wertvoller Impfstoff vor dem Wegwerfen bewahrt werden. Hintergrund ist die auch in Thüringen zu beobachtende Entwicklung, dass fest vereinbarte Termine in den großen Impfzentren und regionalen Impfstellen nicht wahrgenommen werden - nicht selten ohne vorherige Absage.

Über das Portal können Terminabsagen direkt in den jeweiligen Impfstellen gecancelt werden, die die Termine dann anderen Menschen anbieten können. Eine Absage ist zudem über das Terminvergabeportal www.impfen-thueringen.de möglich. In Thüringen sind laut Robert Koch-Institut bislang rund 53 Prozent der Bevölkerung einmal gegen Covid-19 geimpft, über den vollständigen Schutz nach zwei Spritzen verfügen etwa vier von zehn Menschen.

Neun weitere Corona-Fälle bei Olympia

15:39
20.07.2021
Vor Beginn der Olympischen Spiele von Tokio haben die Organisatoren neun weitere Corona-Fälle registriert. Darunter sei ein Athlet im olympischen Dorf, teilte das Organisationskomitee in seinem veröffentlichten Corona-Tagesbericht mit.

Die Zahl der seit 1. Juli ermittelten positiven Tests stieg damit insgesamt auf 67. Bereits am Montag hatte das Nationale Olympische Komitee Tschechiens mitgeteilt, dass Beachvolleyballspieler Ondrej Perusic positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Der 26-Jährige wurde zur Isolation in ein für solche Fälle bestimmtes Hotel gebracht.

Nach ihm wurde nun auch Simon Nausch, Trainer der tschechischen Beachvolleyballerinnen, positiv getestet. Der Österreicher habe sich in Quarantäne begeben, teilte das Nationale Olympische Komitee mit.

Man sei "extrem vorsichtig" gewesen, das habe aber leider nicht gereicht, sagte der 43-Jährige der Mitteilung zufolge. 

dpa

Ulmer Forschungsprojekt: Corona-Spätfolgen sind vielfach Organschäden

14:50
20.07.2021
Ein Forschungsprojekt der Universitätsklinik Ulm zu Corona-Spätfolgen hat bislang bei etwa jedem fünften seiner Patienten Organschäden festgestellt. «Wir hatten bislang rund 250 Patienten. 20 Prozent von ihnen haben Organschäden», sagte Dominik Buckert, betreuender Oberarzt der Spezialambulanz für Covid-Spätfolgen an Lunge, Herz und Gefäßen am Uniklinikum Ulm. Der größte Teil der übrigen Patienten fühle sich schlechter belastbar als vor der Erkrankung, sagte Buckert. Bei ihnen konnten die Mediziner aber keine Organschäden feststellen.

Die meisten Menschen, die in die Sprechstunde kommen, sind demnach zwischen 40 und 50 Jahre alt. «Und eigentlich verhältnismäßig gesund, also ohne chronische Vorerkrankungen», so der Oberarzt. Die jüngsten der etwas mehr männlichen Patienten sind um die 20 Jahre alt.

Das Uniklinikum hatte die Sprechstunde für Menschen mit Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung bereits im Februar dieses Jahres eingerichtet.

Die Ulmer Spezialisten für innere Medizin beobachten bei den Organschäden vor allem Herzmuskelentzündungen und die Folgen davon. Dazu gehörten etwa Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, so Buckert. «Bei der Lunge beobachten wir, dass sich das Lungengerüst verändert und so ein schlechterer Gasaustausch möglich ist.» Atemnot sei die Folge. Die bisherigen Erkenntnisse deckten sich mit den Rückmeldungen anderer Kliniken zu Corona-Spätfolgen, sagte Buckert.