Marathonlauf
Es sei nur eine Schnapsidee gewesen, sagt Janine Kaiser, aber aus der Schnapsidee ist ein ungeahnter Rang zwei beim Mallorca-Marathon geworden. Sechs Wochen nur, nachdem sie mitten in einer Reha den leicht verwegenen Plan erstellte, bei dem Rennen zu starten, lief die 42-jährige Athletin von den Triathlöwen in 3:24 Stunden ins Ziel. Das bedeutete neben Rang zwei in der Gesamtwertung auch den Sieg in ihrer Altersklasse W40. Die eher bescheidene Laufzeit relativiert sich dadurch, dass auf den zwei großen Runden á 21 Kilometer insgesamt knapp 500 Höhenmeter zu bewältigen waren und es lange im Zick-Zackkurs durch enge Gasse und über Kopfsteinpflaster durch die Altstadt von Palma de Mallorca ging. "Vor allem in der zweiten Runde war das ein echt hartes Rennen", sagt Janine Kaiser, die eigentlich nur irgendwie hatte durchkommen wollen. Die Vorbereitung war kurz. Wegen eines entzündeten Nervs hatte sie sich in die Reha begeben, und auch beim Halbmarathon in Bremen lief es Anfang Oktober alles andere als rund: Wieder traten Beschwerden auf, sie stieg aus. Und auf Mallorca wäre sie dann beinahe gar nicht eingestiegen. Das Taxi, das sie zum Start bringen sollte, kam nicht. Ein freundlich älterer Herr, der seinerseits auf der Zehn-Kilometer-Distanz antreten wollte, habe sie per Anhalter mitgenommen. So kam die Bremer Wirtschaftsjuristin rechtzeitig zum Start - und als zweitschnellste ins Ziel.