Tischtennis
Wer im Tischtennis zuerst elf Punkte und dabei mindestens zwei Punkte Vorsprung hat, der hat den Satz gewonnen. So geht die Regel, aber die Regel war bei diesem Bundesliga-Duell zwischen dem Post SV Mühlhausen und dem SV Werder Bremen am Sonntag eher die Ausnahme. 17 Sätze mussten insgesamt gespielt werden, ehe ein Sieger feststand, gleich acht Sätze gingen in die Verlängerung. Das ging an die Nerven, und man darf ganz klar feststellen: Werder hatte die besseren Nerven. Die Bremer gewannen beim Tabellenvierten mit 3:1 – und konnten so den Rückstand auf die Play-off-Plätze verkürzen.
Gleich das erste Spiel wurde dabei zum längsten und nervenaufreibendsten des Tages. Mühlhausens Nummer eins, Daniel Habesohn, und Werders Nummer zwei, Kirill Gerassimenko, lieferten sich ein Match, wie es sich kein Tischtennis-Fan spannender wünschen könnte. Keiner der fünf Sätze ging mit mehr als zwei Punkten Vorsprung aus, gleich viermal dauerte der Satz länger als bis zur Elf-Punkte-Marke. Gerassimenko drehte nicht nur einen 0:2-Satzrückstand in einen 3:2-Sieg um. Er wehrte unterwegs diverse Matchbälle seines Gegners ab, um schließlich mit 14:12 im fünften und entscheidenden Durchgang zu triumphieren. Im zweiten Spiel des Tages geriet Werders Spitzenspieler Mattias Falck gegen den jungen Franzosen Irvin Bertrand ebenfalls mit 0:2 nach Sätzen in Rückstand, ehe er die Wende schaffte und im engen fünften Satz auch noch einen Matchball abwehrte. Im Duell der beiden Topspieler zeigte sich Mattias Falck gegen Daniel Habesohn dann in Topform – und gab keinen einzigen Satz mehr her.