Fußball-Regionalliga
Sie lassen sich offenbar nicht unterkriegen, die Fußballer des FC Oberneuland. Weder der Verzicht auf eine Lizenz für die kommende Regionalliga-Saison, also der freiwillige Abstieg, noch eine lange Durchstrecke vermochten dem Team im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli II etwas anzuhaben. Im Gegenteil: Beim 2:1 (0:0)-Erfolg gelang der erste Sieg seit dem vergangenen September. „Ich freue mich wahnsinnig für die Mannschaft: egal, was auf die einprügelt, sie steht wieder auf“, meinte Trainer Daniel Prause. Dabei wusste auch der FCO-Coach: Der Sieg war ein bisschen glücklich. Aber im Pech war sein Team in den vergangenen Monaten ja oft genug gewesen.
Und es war auch keineswegs so, dass die Bremer nicht ihren Beitrag geleistet hätten zum Erfolg im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion. Eine starke Defensive und eine effektive Chancenverwertung sprachen durchaus für Oberneuland. Weil der Gastgeber in der ersten Halbzeit zwar viele Spielanteile, aber nur sehr wenig Offensivszenen hatte, war er sogar mit einem schmeichelhaften 0:0 in die Pause gegangen. Angesichts der guten Möglichkeiten für Ebrima Jobe (28.) und Alessio Arambasic (32.) besaß der FCO im ersten Durchgang jedenfalls ein Chancenplus.
Aber das sollte sich ändern. Nach dem Wechsel schaltete St. Pauli II ein, zwei Gänge höher, ohne deshalb für deutlich mehr Torgefahr aus dem Spiel heraus zu sorgen. Dafür scheiterte Franz Roggow mit seinen Freistößen aus rund 25 Metern am Pfosten und der Latte des Bremer Tores (50., 54.). Die Führung durch einen Abstauber Jobes fiel also auf heiterem Himmel, und so war der Ausgleich durch Maximilian Schütt mehr als verdient. Dass Serhat Yazgan in der Nachspielzeit in Überzahl zum Sieg abstaubte, musste demnach als ziemlich glücklich bezeichnet werden. Es unterstrich aber gleichzeitig die beeindruckende Moral des FCO.
FC Oberneuland: Jashari – Berisha, Siech, Nukic – Sahan, Arambasic (89. Amadou), Ngwisani, Yazgan, Tomety (70. Trebin) – Uzun (90.+4 Mazreku), Jobe (78. Kleiner)
Tore: 0:1 Jobe (63.), 1:1 Schütt (82.), 1:2 Yazgan (90.+4) – Rote Karte: Beifus (90.).