HandballBeobachtet hat der Handballverband Niedersachsen (HVN) die Welle der Spielverlegungen bei seinen Verbandsmannschaften schon länger. Viele Teams hatten die ihnen eingeräumte Chance genutzt, ihre Spiele seit dem Re-Start der Saison im Januar unbürokratisch und kostenlos zu verlegen, sodass in vielen Ligen kaum bis gar nicht gespielt wurde. Darunter befanden sich auch viele Bremer Teams, da der Bremer Handballverband auf der Ebene der Oberliga bis zur Landesklasse mit dem HVN kooperiert.
Jetzt hat der HVN im Seniorenbereich verschiedene Anpassungen im Spielbetrieb vorgenommen und die Saison in den Ober- und Verbandsligen bis zum 12. Juni verlängert. Christi Himmelfahrt wurde als zusätzliche Spieltagsmöglichkeit freigegeben, außerdem sind Spielverlegungen für die Partien ab dem 18. Februar nur noch bei mindestens drei Corona-Fällen in einem Team möglich.
Corinna Wannmacher, Trainerin der Oberliga-Frauen der SG Findorff, findet die neuen Regelungen gut. Ihre Mannschaft hat im Januar bislang noch nicht gespielt, aber alle verlegten „bislang gut untergebracht. Sollten weitere notwendig werden, gibt es jetzt auf jeden Fall freie Wochenenden“, meint sie. Kaum hatte sie das gesagt, fällt auch schon das für diesen Sonnabend geplante Gastspiel in Wilhelmshaven aus.
Marten Franke, Spielertrainer des Männer-Oberligisten HC Bremen, kann sich mit der Saisonverlängerung nur bedingt anfreunden. „Mir ist nicht ganz klar, weshalb wir die ganze Saison spielen sollen, anstatt ohne Hektik und Stress nur die Halbserie auszutragen“, sagt er und verweist darauf, dass seine Mannschaft seit Ende November nicht mehr gespielt habe. Er hatte seinen Spielern bis Ende Januar ein freiwilliges Hallentraining und alternativ ein Online-Training angeboten. Jetzt steigt der Tabellenfünfte wieder ein, am 19. Februar soll es für den HC Bremen gegen den TuS Rotenburg wieder richtig losgehen. Im Bereich der Landesliga und der Landesklasse wird die Saison bis zum 29. Mai verlängert. Für sie gelten die neuen Spielverlegungen ab März.
Jörg Niemeyer