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"Wir dachten nie groß, wir dachten immer von Tag zu Tag"

10:04
13.03.2018

Wie war das noch mal mit der Serendipity? Let Zufall guide you. So kam es, dass wir im vollkommen undigitalen Talk namens Changing the World through Food landeten. Zwei Köche sprachen darüber, was Essen und die Zubereitung von Essen und das gemeinsame essen von Essen vermag. 

Einer der beiden Köche ist Andrew Zimmern, der in seinen Kochshows Essen aus der ganzen Welt vorstellt.  Er sagte: 

„Ich glaube, es gibt keine bessere Form der Kommunikation auf dem ganzen Planeten, als Menschen Essen zu geben oder Essen anzunehmen. Wer Essen weitergibt, der gibt Würde und Respekt weiter.“

Neben Zimmern saß sein Freund, der Koch José Andrés, der immer wieder aufbricht und für Menschen in Notsituationen kocht. Zum Beispiel nach dem Hurrican, der vergangenes Jahr Puerto Rico verwüstete. Oder nach dem Erdbeben von Haiti im Jahr 2010: 

„Ich begann, für ein Camp von 2000 Menschen zu kochen. Auf dem lokalen Markt kaufte ich die typischen schwarzen Bohnen und begann sie nach meiner Art zuzubereiten – I began making the beans the white boy way. Wir gaben gerade die gekochten Bohnen auf Reis aus, als die ersten Frauen auf mich zukamen und sagten: Die Bohnen sind nicht gut. Ich war verwundert – ich meine, diese Menschen hatten zwei Tage nichts gegessen. Das Ding war: Die Menschen auf Haiti essen die Bohnen als Püree, ohne die Haut.“ Andrés sagt, das sei eine seiner größten Lehren gewesen: „Wir versuchen in erster Linie immer schnell zu helfen – und vergessen dabei zuzuhören. Ich hatte einfach versucht, den Menschen meine persönliche Idee von Hilfe überzustülpen. Dabei wäre es darum gegangen, ihnen zuzuhören. Menschen zuhören bedeutet, ihnen Respekt zu bekunden.“

Weitere Lehren von José Andrés:

„Die falsche Entscheidung ist immer die, die du nicht triffst.“

„Wir dachten bei unserer Hilfe nie groß, wir dachten immer nur von Tag zu Tag. Wir versuchten immer nur, die Probleme vor unseren Augen zu lösen; Probleme, die wir greifen konnten.“

„Aus nächster Nähe schauen große Probleme gar nicht so groß aus.“

Peter Wagner