Schließung von Diskotheken, Verstärkung des Gesundheitsprotokolls in der Grundschule, Öffnung der geplanten Impfung für alle Kinder: Am Montag fand ein neuer Verteidigungsrat der französischen Regierung statt, da die Zahl der Ansteckungen in Frankreich steigen. Auch die hoch ansteckende Omicron-Variante sei auf dem Vormarsch.
Nach den neuesten Zahlen, die von Santé publique France am Samstag veröffentlicht wurden, gibt es nun 16 bestätigte Fälle der Omicron-Variante in Frankreich. Zudem wurde am Sonntag innerhalb von 24 Stunden 42.000 neue Fälle von Covid-19 registriert.
Im Kampf gegen die fünfte Corona-Welle hat die Regierung die Schließung der Diskotheken angeordnet. Die Maßnahme solle von Freitag an vier Wochen lang gelten, sagte Premierminister Jean Castex am Montagabend bei einer Pressekonferenz. Betroffen sind laut Wirtschaftsministerium 1.200 Discos. Sie sollen vom Staat Unterstützung erhalten.
Aus diesem Grund werden auch unter anderem in den Schulen die Maßnahmen strenger; die Maske wird Pflicht. Die Regierung plant außerdem, die Impfung gegen Covid-19 "für alle Kinder" im Alter von 5 bis 11 Jahren frei zugeben, "auf freiwilliger Basis, möglichst bis Ende des Jahres" wie es heißt.
Castex kündigte weitere Schutzmaßnahmen an, die aber weit weniger streng ausfielen als zu früheren Zeitpunkten der Pandemie - trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz im Land von über 400. „Es ist nicht die Zeit für Besucherobergrenzen, Ausgangssperren oder Lockdown. Das wäre unverhältnismäßig“, sagte der Premierminister.
Unternehmen sind aufgerufen, ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Auf Zusammenkünfte, bei denen keine Maske getragen wird, sollten die Franzosen verzichten, sagte Castex. Daneben will die Regierung die Booster-Impfungen im Land vorantreiben. Bis Anfang Januar sollen 15 Millionen weitere Menschen ihre Auffrischungsimpfung erhalten können. Menschen über 65 sollen laut Castex dabei Priorität haben und sich in Impfzentren ohne Termin den Piks abholen können. Auch bislang gänzlich Ungeimpfte sollen ohne Termin ihre Erstimpfung erhalten können.