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WHO Europa: Schulschließungen „mehr geschadet als genutzt“

10:44
29.10.2021
Das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO rät davon ab, angesichts der steigenden Corona-Zahlen in vielen Ländern die Schulen zu schließen. „Die Unterbrechung der Ausbildung der Kinder sollte der letzte Ausweg sein“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung.

In der letzten Woche hätte mehr als die Hälfte der 53 Länder der Europäischen Region einen deutlichen Anstieg der Covid-19-Infektionen in allen Altersgruppen gemeldet. Die Zahl der Neuerkrankungen in Europa sei um 18 Prozent gestiegen. Die fünf anderen Regionen der WHO hingegen hätten einen Rückgang gemeldet, hieß es in der Mitteilung.

Das habe auch Auswirkungen auf den Schulunterricht. Insgesamt 45 Länder und Territorien empfählen, dass die Schulen mit Infektionsprävention und -kontrolle geöffnet bleiben. In sieben Ländern seien die Schulen teilweise oder ganz geschlossen, zwei Länder empfählen Fernunterricht.

„Die weit verbreiteten Schulschließungen im letzten Jahr, die die Bildung von Millionen Kindern und Jugendlichen unterbrachen, haben mehr geschadet als genutzt“, sagte Hans Henri Kluge, Regionaldirektor des WHO-Regionalbüros für Europa. „Wir können nicht die gleichen Fehler wiederholen.“

Anstatt Bildungseinrichtungen zu schließen, empfiehlt die WHO ein breites Spektrum von Maßnahmen wie physische Distanzierung, häufiges Händewaschen, das Tragen von Masken, häufige Test und ausreichende Belüftung in den Klassenzimmern.

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Jörg Tschürtz

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Die Entwicklung hat dazu geführt, dass inzwischen in sechs Bezirken mit insgesamt etwa 260.000 Einwohnern eine Testpflicht bei der Ausreise für alle diejenigen herrscht, die weder geimpft noch genesen sind. Der Bezirk Melk, rund 90 Kilometer westlich von Wien, verzeichnete einen österreichischen Spitzenwert bei der Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Bei einer immer stärkeren Auslastung der Intensivstationen drohen vor allem für alle Ungeimpften teils deutliche Einschränkungen, die im Extremfall bis zu einem Lockdown für diese Gruppe führen sollen.

Tom Rüdell