Letztes Update:
20220420123121

Miserables Pandemiezeugnis für London

08:54
12.10.2021
Die britische Regierung und die sie beratenden Wissenschaftler haben dem Bericht einer parlamentarischen Untersuchung zufolge zu Beginn der Corona-Pandemie schwere Fehler gemacht. Tausende Menschen seien in der Folge gestorben, so der am Dienstag veröffentlichte Report der Ausschüsse für Gesundheit und Wissenschaft des britischen Unterhauses.

In der Kritik steht unter anderem das mehrfache Zögern der Regierung in London, Lockdowns zu verhängen. Doch auch das schleppende Anlaufen des Test- und Kontaktverfolgungsprogramms und die Verlegung Tausender älterer Menschen aus Krankenhäusern in Pflegeheime ohne vorherige Tests habe sich als verhängnisvoll erwiesen, resümieren die Abgeordneten.

Zu den Fehlentscheidungen habe unter anderem die Annahme geführt, die Ausbreitung des Virus könne nicht aufgehalten werden und eine Durchseuchung der gesamten Bevölkerung sei daher unvermeidlich, so der Bericht weiter. Von den Erfahrungen anderer Länder, besonders in Asien, die durch einen frühen und energischen Lockdown das Virus in Griff bekamen, habe man nicht gelernt.

Die Abgeordneten kommen zu dem Schluss, dass die Entscheidungen über Lockdowns und Abstandsregeln während der ersten Pandemiewochen zum „größten Versagen im Gesundheitswesen in der Geschichte des Vereinigten Königreichs“ gehören. Gleichzeitig loben sie das erfolgreiche Impfprogramm des Landes als „eine der effektivsten Initiativen“, die der britischen Wissenschaft und öffentlichen Verwaltung“ je gelungen sei.

In Großbritannien wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 160.000 Todesfälle verzeichnet, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde. In dem Land sind inzwischen über 78 Prozent der Erwachsenen zweifach gegen das Coronavirus geimpft.

Tom Rüdell

Foto: Agencia Brasil

In Brasilien pilgern Tausende zur Schutzpatronin für Gesundheit

04:51
12.10.2021
Mehr als 15.000 Brasilianer sind in den vergangenen Tagen in Richtung des brasilianischen Wallfahrtsortes Aparecida gepilgert. Dies berichtete das Nachrichtenportal „G1“ unter Berufung auf die Verwaltung der Bundesstraße „Presidente Dutra“, die durch Teile der Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo führt, am Montag. Der 12. Oktober ist in Brasilien Feiertag zu Ehren der Schutzheiligen des Landes.

Viele Pilger sind dem Bericht zufolge unterwegs, um entweder für eine überstandene Covid-19-Erkrankung zu danken oder um Schutz bei einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus zu bitten. Brasilien hatte am Freitag die Marke von 600.000 Toten seit Beginn der Pandemie überschritten. Elf Menschen wurden laut „G1“ bei Unfällen mit Pilgern auf der Dutra-Bundesstraße an- oder überfahren, vier von ihnen starben.

Im vergangenen Jahr fanden die Messen in der riesigen Basilika „Nossa Senhora Aparecida“ wegen der Corona-Pandemie hinter verschlossenen Türen statt, nur wenige Gläubige durften teilnehmen. Angesichts der fortgeschrittenen Impfkampagne soll nun mit Schutz- und Hygienemaßnahmen wieder ein größeres Publikum zugelassen sein. Auf rund 18.000 Quadratmetern Fläche bietet die Basilika 45.000 Sitz- und 25.000 Stehplätze. Sie gilt damit nach dem Petersdom im Vatikan als zweitgrößte Basilika der Welt.

Aparecida hat gerade einmal rund 35.000 Einwohner. 1717 sollen dort Fischer eine knapp 40 Zentimeter hohe Marienstatue im Wasser entdeckt haben, die aus dem Dorf den bedeutendsten Wallfahrtsort Brasiliens und eine der größten Pilgerstätten der Welt machte. Die Madonnenfigur soll den Fischern nämlich sofort volle Netze beschert und später weitere Wunder bewirkt haben.

Die schwarze Madonna mit Diamantenkrone und bodenlangem blauen Umhang ist in Brasilien praktisch in jedem Haushalt, in jeder Autowerkstatt, in Bussen oder im Büro zu sehen. Aparecida ist mit europäischen Wallfahrtsorten wie Lourdes oder Fátima vergleichbar.

Foto: Basilika "Nossa Senhora Aperecida", Agencia Brasil, CC BY 3.0 BR

Tom Rüdell