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Australien: Festnahmen und Verletzte bei Demos gegen Corona-Maßnahmen

13:02
18.09.2021
Bei Anti-Lockdown Protesten in der australischen Millionenstadt Melbourne sind Medienberichten zufolge 235 Menschen festgenommen worden. Zehn Polizisten wurden demnach bei den Protesten am Samstag verletzt, sechs von ihnen mussten wegen Brüchen und anderer Verletzungen vorübergehend in Kliniken behandelt werden.

Rund 700 Menschen hatten den Berichten zufolge an den Protesten teilgenommen, viele von ihnen ohne Masken. Etwa 2.000 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Die Beamten setzten laut Berichten Pfefferspray ein. Busse und Bahnen seien vorübergehend nicht in die Innenstadt gefahren, wichtige Straßen seien zeitweise gesperrt worden. Auch in anderen Städten, darunter in Sydney und Brisbane, sei am Samstag gegen strikte Corona-Maßnahmen demonstriert worden.

Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern hat viele Monate lang eine Null-Covid-Strategie verfolgt und versucht, das Virus mit geschlossenen Außengrenzen und strikten Lockdowns auszumerzen. Mit der Ausbreitung der Delta-Variante mussten aber mehrere Regionalregierungen bereits einräumen, dass die Strategie nicht mehr aufgeht. Die Lockdowns häufen sich landesweit. 

LW-Springer

Österreich: Après-Ski womöglich nur für Geimpfte

06:59
18.09.2021
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz verspricht eine sichere Skisaison. Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er in einem Interview mit der Funke Mediengruppe (Samstag) an. Sowohl 70 Prozent der über 12-Jährigen in Österreich als auch die überwiegende Masse der Touristen seien geimpft. „Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege.“

Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden. Am Freitag wurde in Wien ein Schadenersatz-Prozess gegen den Staat Österreich verhandelt. Die Kläger sind Hinterbliebene eines Corona-Toten, der in Ischgl geurlaubt hatte. Ihr Anwalt argumentierte, dass Kurz mit seiner unvorbereiteten Ankündigung der Quarantäne für Ischgl für ein Ausreise-Chaos mit weiteren Infektionen verantwortlich war. Die Republik weist die Vorwürfe von sich.

Kurz sagte im Interview, dass auch die sogenannte 3G-Regel für einen sicheren Winter sorgen werde - also der Zutritt zu Gastronomie und Hotels nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete. Der konservative Kanzler räumte ein, dass die Kampagne der rechten FPÖ mit ein Grund für Österreichs niedrigere Impfrate im Vergleich zu Deutschland ist.

Jörg Tschürtz

Diskotheken in Belgien öffnen wieder

17:48
17.09.2021
In Belgien wird bald wieder getanzt: Nach monatelanger Zwangspause in der Corona-Krise dürfen die Discos am 1. Oktober wieder öffnen. Voraussetzung sei, dass die Clubs mit dem sogenannten Covid-Ticket arbeiten, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach Regierungsberatungen. Die Feiernden müssen also geimpft, getestet oder genesen sein. Einzelne Regionen können je nach Gesundheitslage strengere Regeln festlegen.

De Croo zeigte sich erfreut über die hohe Impfrate im Land. Seinen Angaben zufolge sind 85 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Zugleich machte der liberale Politiker deutlich, dass die Quote in einigen Teilen des Landes - etwa in der Hauptstadt Brüssel - viel zu niedrig sei. „Diese Epidemie ist dabei, eine Epidemie der Ungeimpften zu werden“, sagte De Croo.

Auch die Masken sollen in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern zum Oktober fallen - zumindest zum Teil. Grundsätzlich müsse der Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und der Gastronomie nicht mehr getragen werden, sagte De Croo. In Pflegeeinrichtungen, im öffentlichen Nahverkehr oder beim Friseur gelte die Pflicht weiter.

Doch machen nicht alle Landesteile bei der Neuerung mit. Brüssels Ministerpräsident Rudi Vervoort machte deutlich, dass die Hauptstadt-Region am Tragen der Maske vor allem in Geschäften festhalten werde. Der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch, sagte, darüber werde für seine Region noch entschieden.

Tom Rüdell