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Experten sprechen sich gegen generellen Corona-Booster aus

04:20
14.09.2021
Eine hochrangige Expertengruppe hat sich gegen generelle Corona-Auffrischungsimpfungen zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. „Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen“, schreiben die Forscher im Fachmagazin „The Lancet“.

Die weltweit noch immer begrenzte Anzahl an Impfdosen könne die meisten Leben retten, wenn sie Menschen zu Gute käme, die ein erhebliches Risiko einer schweren Erkrankung haben und noch ungeimpft sind. „Wenn Impfstoffe dort eingesetzt würden, wo sie am meisten bringen, könnten sie das Ende der Pandemie beschleunigen, indem die die weitere Entwicklung von Varianten bremsen.“

Hintergrund ist, dass in manchen reichen Ländern über Booster für alle nachgedacht wird, während anderswo noch kaum jemand geimpft ist.

Die WHO hatte bereits Anfang August einen vorübergehenden Stopp von Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus gefordert, so lange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten. 

Teddy Jaans

Großbritannien will 12- bis 15-Jährige impfen

19:01
13.09.2021
In Großbritannien sollen alle 12- bis 15-Jährigen ein Angebot zur Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die obersten medizinischen Regierungsberater der vier Landesteile sprachen sich am Montag dafür aus, Kindern und Jugendlichen dieser Altersgruppe das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer zu spritzen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung war nach Angaben der Experten vor allem die erwartete positive Auswirkung für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs. „Wir denken, dass es ein wichtiges und potenziell nützliches zusätzliches Werkzeug ist, um die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit durch Störung der Bildung zu verringern“, sagte der Chefberater der britischen Regierung Chris Whitty bei einer Pressekonferenz in London.

Trotzdem habe bei der Entscheidung die Gesundheit der betroffenen Altersgruppe im Mittelpunkt gestanden, betonten die medizinischen Chefberater. Schüler hätten während der Pandemie erheblich unter dem Unterrichtsausfall gelitten, beispielsweise durch soziale Isolation.

Zuvor hatte sich die britische Impfkommission gegen eine flächendeckende Impfung der 12- bis 15-Jährigen ausgesprochen. Eine Infektion bedeute nur geringe Risiken für diese Altersgruppe, die Vorteile durch eine Impfung seien hingegen marginal, so die Argumentation damals. Die psychischen Auswirkungen von Unterrichtsausfall wurden dabei aber nicht berücksichtigt.

Premierminister Boris Johnson hatte deutlich gemacht, dass er der Empfehlung der medizinischen Chefberater folgen werde. Damit könnten sich voraussichtlich bald etwa drei Millionen Kinder und Jugendliche in Großbritannien impfen lassen. Vermutlich werden die Impfdosen in der Schule oder mit Vermittlung der Schulen verabreicht.

Zunächst wird den Plänen zufolge nur je eine Dosis gespritzt. Ob sie auch - wie Erwachsene - eine zweite Dosis erhalten, soll nun geprüft werden. Dafür seien mehr internationale Daten nötig. Eine Entscheidung wird nicht vor Frühling erwartet. In Deutschland können sich 12- bis 15-Jährige bereits seit Juni impfen lassen und erhalten zwei Dosen im Abstand von einigen Wochen.

Tom Rüdell