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Neue Corona-Verordnung in Rheinland-Pfalz in Kraft

07:39
12.09.2021
Das öffentliche Leben in Rheinland-Pfalz richtet sich seit Sonntag nach einer neuen Corona-Verordnung. Die um Mitternacht in Kraft getretene 26. Corona-Bekämpfungsverordnung ermöglicht Geimpften und Genesenen „ein sehr großes Stück Normalität“, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei der Vorstellung des neuen Regelwerks sagte. Das Ausmaß von Einschränkungen für alle anderen richtet sich nicht mehr allein nach der Inzidenz von Infektionen, sondern zusätzlich auch nach der Belegung der Krankenhäuser und Intensivstationen mit Covid-Patienten.

Die zunächst bis zum 10. Oktober befristete Landesverordnung führt drei Warnstufen ein. Dabei wird jeder der 24 Landkreise und jede der zwölf kreisfreien Städte einer von drei Warnstufen zugeordnet, je nach Infektionsinzidenz (Zahl der Corona-Infektionen bezogen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen), Hospitalisierungsinzidenz (Zahl der Krankenhauseinweisungen von Covid-Patienten bezogen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen) und Intensivbettenbelegung (Anteil von Covid-Patienten auf der Intensivstation an der Gesamtzahl der Intensivbetten).

Am Sonntag befanden sich alle Kommunen in Warnstufe 1, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mitteilte. Maßgeblich dafür waren die jeweiligen Daten von Mittwoch, Donnerstag und Freitag. An diesen Tagen gab es kein Gebiet, in dem mindestens zwei der Indikatoren über dem Schwellenwert für die zweite Warnstufe lagen.

Die Warnstufe 1 bedeutet etwa, dass an Veranstaltungen in Innenräumen bis zu 250, an Außenveranstaltungen bis zu 1000 lediglich getestete Menschen teilnehmen können. Für Geimpfte und Genesene gibt es keine Begrenzung der Teilnehmerzahl.

Die aktuellen Werte der Indikatoren werden auf der Web-Site des Landesuntersuchungsamts Rheinland-Pfalz veröffentlicht. Aufgabe der Kommunen ist es dann, den Zeitpunkt bekanntzugeben, ab dem eine höhere Warnstufe in ihrem Gebiet gilt.

Tom Rüdell

Zehntausende Niederländer protestieren gegen Party-Verbote

14:42
11.09.2021
Zehntausende Demonstranten haben in den Niederlanden am Samstag gemeinsam mit Djs und Musikern die Aufhebung der Corona-Beschränkungen für die Veranstaltungsbranche gefordert. Unter dem Motto „Unmute Us“ (etwa: Schaltet unsere Mikros wieder an) hatten die Organisatoren zu Protestaktionen in zehn Städten aufgerufen, darunter in Amsterdam, Den Haag, Groningen und Maastricht. In mehreren Orten wurden die Umzüge nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP von Musikwagen begleitet, Djs legten auf und Demonstranten tanzten auf den Straßen.

Clubs und Discos durften in den Niederlanden zwar Ende Juni wieder öffnen, es gab auch wieder Festivals und Studentenpartys. Doch wenig später stiegen die Corona-Infektionen erneut stark an, woraufhin die Regierung in Den Haag die Notbremse zog. Inzwischen lässt sie ein Beratergremium prüfen, ob die Nachtgastronomie Ende September wieder öffnen könnte. Mitte August war die Schließung bis zum 1. November angeordnet worden.

„Wir müssen uns einsetzen für die Veranstaltungbranche, die schon seit eineinhalb Jahren stillgelegt ist“, hieß es auf der „Unmute Us“-Website. „Für alle 101.000 Menschen, die hier arbeiten und die vielen Besucher.“ Festivals, große Partys und andere Veranstaltungen würden insbesondere von jungen Erwachsenen vermisst, viele litten wegen der anhaltenden Beschränkungen unter psychischen Problemen.

Die Regierung sei nach den ersten „Unmute Us“-Protesten am 21. August mit laut Veranstalterangaben insgesamt rund 70.000 Teilnehmern auffallend still geblieben. Deshalb seien nun erneut Demos organisiert worden. 

LW-Springer