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Erster Corona-Fall vor Paralympics im Athletendorf

07:00
19.08.2021
Wenige Tage vor Eröffnung der Paralympics in Tokio gibt es den ersten Corona-Fall im Athletendorf. Das gab das Organisationskomitee am Donnerstag bekannt. Bei der positiv auf das Virus getesteten Person handele es sich nicht um einen Athleten oder eine Athletin. Die Paralympics sollen am kommenden Dienstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beginnen, während sich die Hauptstadt angesichts alarmierender Infektionszahlen im Notstand befindet. Die Paralympics werden daher wie zuvor die Olympischen Spiele ohne Zuschauer ausgetragen.

Eine Ausnahme wird für Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Erziehungsprogramms der japanischen Regierung gemacht. Sie dürfen sich Wettkämpfe anschauen, wenn die lokalen Schulbehörden dies in Absprache mit den Eltern wünschen. Wie örtliche Medien unter Berufung auf die Stadtregierung berichteten, haben mehrere Gemeinden und städtische Schulen den Wunsch geäußert, dass sich insgesamt rund 132.000 ihrer Schülerinnen und Schüler Spiele in Arenen anschauen können. Im Kulturausschuss habe es jedoch Stimmen dagegen gegeben. Der Oppositionspolitiker Ichiro Ozawa empörte sich auf Twitter über die Haltung der Regierung und Stadtverwaltung: „Sind die noch ganz bei Sinnen?“. Die Kinder könnten schließlich das Virus in ihre Familien tragen.

Die Zahl der Neuinfektionen in Tokio hat sich seit den Olympischen Spielen nahezu verdreifacht, wenngleich von der olympischen Blase keine Gefahr ausgegangen sein soll. Experten vergleichen die Lage mit einer Katastrophe. Die Gesundheitsämter seien inzwischen am Anschlag. Am Donnerstag berichtete der Fernsehsender NHK vom Fall einer hochschwangeren Corona-Patientin, die ihr Kind verfrüht zu Hause zur Welt bringen musste, weil sich kein Krankenhaus finden ließ. Ihr Baby wurde in eine Klinik gebracht, starb jedoch.

Sarah Cames

Proteste gegen schärfere Corona-Regeln in Lettland

06:33
19.08.2021
In Lettland haben Tausende Menschen gegen verschärfte Corona-Regeln protestiert. Bei einer Kundgebung am Mittwochabend in der Hauptstadt Riga versammelten sich nach Polizeiangaben rund 3500 Menschen in der Innenstadt. Der Unmut der Demonstranten richtete sich gegen verpflichtende Impfungen, Corona-Einschränkungen in Bildungseinrichtungen sowie die auf mehrere Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweiteten Nachweispflichten.

Die Proteste vor dem von der Polizei abgeriegelten Regierungsgebäude und dem Rigaer Schloss - dem Amtssitz des Staatspräsidenten - verliefen weitgehend friedlich. Einige der Teilnehmer trugen Flaggen und Plakate, viele dafür aber keine Masken. Auch Abstände wurden nicht eingehalten.

Lettlands Regierung hat angesichts der zunehmenden Verbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus und einer Verlangsamung des Impffortschritts zuletzt mehrere neue Einschränkungen beschlossen. Regierungschef Krisjanis Karins deutete in dieser Woche zudem eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln für Nicht-Geimpfte an.

Sarah Cames