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Koblenz: Verfahren zu angeblichen Impfstoff-Globuli eingestellt

05:59
18.08.2021
Nachdem eine Koblenzer Apotheke den Anschein von angebotenem homöopathischen Corona-Impfstoff erweckt hat, sind die Ermittlungen hierzu vorläufig eingestellt worden - gegen eine Auflage zugunsten von Flutopfern. Das teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Behörde hatte gegen die Leiterin der Apotheke wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz und das Arzneimittelgesetz ermittelt.

Auf der Internetseite der Apotheke stand im Frühling vorübergehend: „Wir haben Pfizer/BioNTech Covid-19-Vaccine in potenzierter Form bis D30 als Globuli oder Dilution (zur Ausleitung) vorrätig.“ Die Apothekenleiterin sagte damals, keineswegs habe sie homöopathische Corona-Impfstoffe verkauft. Wirksame Vakzine dieser Art gibt es nicht. Laut der Apothekerin war nur zusätzlich ein „Minitropfen“ des originalen Biontech-Impfstoffs homöopathisch als Globuli (Kügelchen) aufbereitet worden. Bereits verabreichte Corona-Impfungen sollten nach ihren Worten mit diesem ergänzenden Produkt besser wirken, wenngleich das nicht wissenschaftlich belegt sei.

Das besondere Angebot sorgte für Aufregung in sozialen Medien. Die Koblenzer Apotheke teilte anschließend mit, alle Käufer würden verständigt, dass es nicht um einen Impfstoff gegangen sei: Niemand solle irrtümlich glauben, er sei geimpft - und sei es gar nicht. Noch heute fragten manche Kunden die Apotheke nach den Globuli. Deren Verkauf wurde längst behördlich verboten. Ein weiterer Leiter der Apotheke sagte nun, die vorgesehene Zahlung einer vierstelligen Summe für Flutopfer sei in Ordnung: „Wir hätten sowieso für sie gespendet.“ 

Sarah Cames

Foto: Karl-Josef Hildenbrand Eine Koblenzer Apotheke hat mit Kügelchen gegen Corona die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Qantas führt Impfpflicht für Beschäftigte ein

05:50
18.08.2021
Alle Mitarbeiter der australischen Fluggesellschaft Qantas müssen sich gegen Corona impfen lassen. Für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal gilt eine Frist bis zum 15. November, die restlichen Mitarbeiter bekommen bis Ende März 2022 Zeit, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Ausnahmen werde es für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

„Ein Besatzungsmitglied kann an einem einzigen Tag mehrere Städte anfliegen und mit Tausenden Menschen in Kontakt kommen“, sagte Qantas-Geschäftsführer Alan Joyce. Es sei daher „sehr wichtig“, dass die Mitarbeiter geimpft seien. „Ich denke, dass dies die Art von Führung und Sicherheit ist, die die Menschen von uns erwarten.“ Die Vorgaben gelten auch für die Tochtergesellschaft Jetstar, hieß es. Impfungen seien der einzige Weg, dem „Kreislauf von Lockdowns und Grenzschließungen“ zu entkommen. Bereits Ende 2020 hatte Australiens nationale Fluggesellschaft angekündigt, eine Impfpflicht für Passagiere auf internationalen Flügen einzuführen, sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe.

Qantas wurde 1920 gegründet und ist eine der ältesten ununterbrochen tätigen Fluggesellschaften der Welt. Vor der Corona-Pandemie beförderte das Unternehmen jährlich 50 Millionen Passagiere in alle Welt. Anfang August hatte die Airline angekündigt, 2500 Mitarbeiter wegen anhaltender Corona-Lockdowns in Teilen Australiens und der inneraustralischen Grenzschließungen für zunächst zwei Monate freizustellen. Stellenstreichungen seien nicht geplant. Australiens internationale Grenzen sind bis auf wenige Ausnahmen seit März 2020 geschlossen. Etwa 27 Prozent der Australier über 16 Jahren sind vollständig geimpft.

Sarah Cames