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Deutsche Gesundheitsminister für längere „epidemische Lage“

17:51
09.08.2021
Die Gesundheitsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, dass der Bundestag die vorerst bis 11. September bestehende „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ verlängert. Hintergrund sei, dass eine Fortführung von Infektionsschutzmaßnahmen auch danach absehbar sei, heißt es in einem einstimmigen Beschluss der Ressortchefs von Montag. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Der Bundestag hatte zuletzt am 11. Juni festgestellt, dass die Sonderlage wegen der Corona-Pandemie fortbesteht - ohne eine erneute Bestätigung des Parlaments würde sie nach drei Monaten auslaufen.

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), erklärte: „Das ist notwendig, um Infektionsschutzmaßnahmen in den Ländern weiterhin umzusetzen, wenn dies geboten ist. Angesichts steigender Infektionszahlen halten wir das für wichtig, denn wir dürfen uns nicht voreilig unserer erprobten Instrumente berauben.“ Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Zudem beziehen sich konkrete Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen, die die Länder festlegen können, laut Infektionsschutzgesetz auf die Feststellung dieser „epidemischen Lage“.

Nach einer Mitteilung des bayerischen Gesundheitsministeriums präzisierten die Minister zugleich die Zielgruppe für den Start der Corona-Auffrischungsimpfungen. Es solle diese zunächst geben in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen sowie für Menschen mit Immunschwäche oder Immunsuppression und Pflegebedürftige in ihrer eigenen Häuslichkeit sowie Höchstbetagte (ab 80 Jahren). Voraussetzung sei, dass die Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Eine Auffrischung können auch alle diejenigen bekommen, die seit mindestens sechs Monaten vollständig mit einem Vektorimpfstoff geimpft sind - also mit den Impfstoffen von Astrazeneca oder Johnson&Johnson.

Sarah Cames

CDU-Politiker: Masken gehören auch in fünf Jahren noch zum Leben

16:08
09.08.2021
Auch in fünf Jahren werden in Deutschland noch Masken zum Schutz vor Corona getragen - so sieht es zumindest der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel. „Die Maske wird, glaube ich, auch in fünf Jahren unser Leben noch mitgestalten“, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag am Montag im Deutschlandfunk. Er hoffe dabei aber mehr auf die Vernunft der Einzelnen als auf verbindliche Vorgaben.

Insgesamt sprach sich Rüddel dafür aus, angesichts der recht hohen Impfquote das gesellschaftliche Leben hierzulande mehr zu öffnen und den Mut zu haben, „dass wir im Herbst wieder zu deutlich mehr Normalität kommen“. Der Abgeordnete mit dem Wahlkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz sagte: „Wir sind jetzt fast zwei Jahre im Ausnahmezustand und müssen wieder lernen, normal zu werden.“ Zum Leben gehöre auch ein gewisses Risiko, sagte er mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Rüddel sagte, er habe kein Problem damit, wenn ab Oktober Coronatests selbst bezahlt werden müssten. Das sei gerecht, „weil jeder seine Impfchance bekommen hat“. Zum Vorgehen des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, der ab Ende August nur noch geimpfte oder genesene Zuschauer in sein Stadion lassen möchte, sagte Rüddel, dies sei vertretbar und vom privaten Hausrecht des Clubs gedeckt. In dem Punkt sollte sich die Politik raushalten.

Sarah Cames