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„Grüner Pass“: Mehr Nachweise in Italien nötig

04:30
06.08.2021
Im Kampf gegen Corona treten in Italien strengere Regeln in Kraft, die unter dem Namen „Grüner Pass“ zusammengefasst sind. Wer ab Freitag in einem Restaurant drinnen essen möchte, ins Museum oder in ein Schwimmbad oder eine Therme gehen will, muss entweder einen Impfnachweis, einen 48 Stunden lang gültigen negativen Corona-Test oder einen Genesungsnachweis vorlegen. Ab September müssen zudem Lehrer, Studenten und Uni-Dozenten entsprechende Nachweise bringen.

Die neuen Regeln ab Freitag gelten auch für Kultur- oder Sportveranstaltungen im Freien oder für Fitnessstudios. Betroffen sind alle Menschen ab zwölf Jahren. Restaurantbetreiber oder Betreiber anderer Unternehmen müssen sich die Nachweise vorzeigen lassen. Wer dagegen verstößt, muss mit Strafen rechnen.

Für Urlauber, die in Deutschland geimpft wurden, gibt es ein digitales EU-Impfzertifikat unter anderem bei Ärzten, Apotheken oder Impfzentren. Die Nachweise eines der „drei G“ (geimpft, genesen, getestet) müssen auf Italienisch, Französisch, Englisch oder Spanisch vorliegen.

Für den Pass reicht in Italien schon eine erste Impfung. Die Corona-Erkrankung darf nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Für Hotels oder öffentliche Verkehrsmittel ist kein „Grüner Pass“ notwendig.

Ab September gilt der Pass dann neben Schulen auch in Fernzügen und -bussen, auf Fähren oder bei Flügen. Das beschloss das Kabinett am Donnerstagabend. Die Coronazahlen steigen in Italien derzeit, allerdings nur leicht. Mit dem „Grünen Pass“ soll nach den Ferien in Schulen Präsenzunterricht dauerhaft möglich sein. Laut Gesundheitsminister Roberto Speranza sind bis zu 90 Prozent der Lehrer in Italien geimpft.

Sarah Cames

Foto: Ilia Yefimovich Ein Mann hält ein Smartphone in der Hand, auf dem der israelische "Grüne Pass" abgebildet ist. Auch in Italien wird dieser maßgeblich.

US-Gesundheitsbehörde warnt vor Hunderttausenden Covid-Neuinfektionen

04:26
06.08.2021
Die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC hat vor Hunderttausenden Corona-Neuinfektionen pro Tag in den USA gewarnt. Wenn das Land zusammenstehe, Ungeimpfte sich impfen ließen und die Menschen ihre Masken trügen, könne man die Situation binnen wenigen Wochen unter Kontrolle bringen, sagte Rochelle Walensky am Donnerstagabend (Ortszeit) dem Sender CNN. „Unsere Modelle zeigen jedoch, dass wir, wenn wir das nicht tun, auf mehrere 100.000 Fälle pro Tag kommen könnten - ähnlich wie beim Anstieg Anfang Januar.“

Auf die Frage, ob die Zahlen nun auch schnell wieder sinken könnten, sagte Walensky: „Das haben wir bisher noch nicht gesehen.“ In etlichen südlichen US-Bundesstaaten wie Florida gebe es vielmehr einen exponentiellen Anstieg. Es sei aber durchaus anzumerken, dass man in der Vergangenheit bei derart hohen Fallzahlen viel mehr Todesfälle verzeichnet habe. Das liege an der Impfung gegen das Virus. Bei Impfdurchbrüchen sei der Krankheitsverlauf in der Regel mild. „Was sie (die Impfung) aber nicht mehr kann, ist die Übertragung verhindern“, sagte die CDC-Chefin mit Blick auf die besonders ansteckende Delta-Variante.

Walensky machte keine konkreten Angaben zum Umgang mit möglichen Auffrischungsimpfungen. Man schaue sich die Daten an und werde dann eine unabhängige Entscheidung treffen, sagte sie. Die Delta-Variante hat inzwischen im ganzen Land mit seinen 330 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu einem starken Anstieg der Neuinfektionen geführt. Ihre Zahl ist von rund 10.000 pro Tag im Juni auf inzwischen fast 90.000 im Durchschnitt hochgeschnellt.

Sarah Cames