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EU-Kommissar sieht trotz neuer Infektionen keine Gefahr für Urlaub

07:01
10.07.2021
Trotz wieder steigender Corona-Infektionszahlen in verschiedenen Ländern ist die Urlaubssaison in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission nicht in Gefahr. Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag): „Wir müssen uns jetzt vor zu großer Aufregung hüten und Überreaktionen vermeiden.“ Dank der Impfungen führten höhere Zahlen nicht automatisch zu einer gefährlicheren Lage. Trotz der besonders ansteckenden Delta-Variante sei eine „starke Urlaubssaison“ möglich.

Der italienische EU-Kommissar warnte vor einseitigen ungerechtfertigten Reisebeschränkungen durch einzelne Mitgliedstaaten. „Ich hoffe sehr, dass alle EU-Länder ihre Maßnahmen so weit wie irgend möglich koordinieren“, sagte Gentiloni. „Einseitige Aktionen werden nur die Unsicherheit in Europa erhöhen.“ Wichtiger seien das persönliche Verhalten und Impfungen. Wegen der Fortschritte der Impfkampagnen sei die Lage diesen Sommer anders als vor einem Jahr.

Sarah Cames

Einstufung als Risikogebiet kalte Dusche für Spaniens Tourismus

06:39
10.07.2021
Spaniens Tourismusindustrie hat mit einer Mischung aus Trotz und Kritik auf die Einstufung des gesamten Landes als Risikogebiet durch Deutschland reagiert. „Natürlich sind wir beunruhigt“, sagte die Präsidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH), Alicia Reina, der Deutschen Presse-Agentur. Aber die Buchungslage sei eigentlich noch recht gut, fügte Reina hinzu. Auf Mallorca sind sieben von zehn Hotels wieder geöffnet.

Die spanische Tourismusministerin María Reyes Maroto äußerte Zweifel an der Grundlage der deutschen Entscheidung. Diese orientiere sich nur an der Zahl der Corona-Neuinfektionen. Die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko eines Landes verliere angesichts der hohen Impfrate und der niedrigen Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern aber zunehmend an Bedeutung. Spanien liege bei der Zahl der vollständig Geimpften mit 47,8 Prozent noch vor Deutschland (43,7 Prozent) und nur 6,5 Prozent aller Betten auf Intensivstationen seien mit Corona-Patienten belegt. Auch die Todesrate durch das Virus sei niedriger als in Deutschland.

Dass ganz Spanien nun mit den Balearen, zu denen Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera gehören, ab Sonntag als Risikogebiet gelte, habe ja erst mal keine praktischen Folgen, sagte die Hoteldirektorin Reina. Denn einen negativen Test mussten Rückkehrer, die mit dem Flugzeug nach Deutschland reisen, schon bisher vorlegen.

Richtig schlimm wäre es aus Reinas Sicht aber, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz auf über 200 steigen und Deutschland die Balearen dann zum Hochinzidenzgebiet erklären würde. Dann müssten Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft sind, für mindestens fünf Tage in eine Zwangsquarantäne. Der Wert von 200 wurde jedoch schon am Freitagabend mit 199 fast erreicht, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte.

Sarah Cames