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Experten kritisieren britische Corona-Politik als „gefährlich“

08:27
08.07.2021
In einem offenen Brief haben mehr als 100 Wissenschaftler und Mediziner die Corona-Öffnungspolitik der britischen Regierung als „gefährliches und skrupelloses Experiment“ kritisiert. Wenn sich das Virus dank der geplanten Lockerungen, die ein Ende von Maskenpflicht und Abstandsregeln vorsehen, weiter ausbreite, würden Millionen Menschen infiziert, Hunderttausende riskierten Langzeiterkrankungen und bleibende Behinderungen. Die für den 19. Juli geplanten Lockerungen müssten verschoben werden, forderten die Experten in dem in der Nacht zum Donnerstag vom Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Brief.

Die britische Regierung plant, im größten Landesteil England alle verbliebenen Corona-Regeln aufzuheben. Dann sollen auch Nachtclubs wieder öffnen, für Veranstaltungen gibt es keine Teilnehmerbegrenzung mehr. Die endgültige Entscheidung soll am 12. Juli getroffen werden.

Die Strategie bereite der Entstehung impfstoffresistenter Varianten fruchtbaren Boden, warnten die Experten. „Dies würde alle, auch die bereits Geimpften, innerhalb Großbritanniens und weltweit gefährden.“ „Bei dieser Strategie besteht die Gefahr, dass eine Generation mit chronischen Gesundheitsproblemen und Behinderungen zurückbleibt, deren persönliche und wirtschaftliche Auswirkungen noch über Jahrzehnte spürbar sein könnten“, hieß es in dem Schreiben weiter, das insgesamt 122 Fachleute unterzeichnet haben. Vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen, junge Leute, Kinder und Ungeimpfte liefen Gefahr, andauernde Folgeschäden zu erleiden.

Sarah Cames

Martine Hansen: Es muss geklärt werden, wie gut der Covid-Check wirklich funktioniert

06:45
08.07.2021
Am Donnerstag um 14 Uhr stellt Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) die neuen Corona-Maßnahmen an der Seite von Dan Kersch (LSAP) vor. Die CSV-Abgeordnete Marine Hansen zählte am Donnerstagmorgen im RTL-Interview die brennenden Fragen der größten Oppositionspartei im Vorfeld der Maßnahmenverkündung auf. Allen voran: Wie gut funktioniert der Covid-Check wirklich? Die Chamber bräuchte mehr Informationen von der Regierung, um die Situation besser einschätzen zu können. Wo haben sich Menschen infiziert und wer hat sich infiziert? Sind die Infektionen in einer eigentlich Covid-Check-geschützer Umgebung erfolgt, vielleicht sogar bei Menschen mit teilweisem oder komplettem Impfschutz? 

"Die Regierung muss die Schwachstellen identifizieren und dort gezielt nachbessern", so die CSV-Abgeordnete. In der Theorie müsste der Covid-Check einen guten Schutz bieten, doch bleibe noch zu klären, wie effektiv das System in der Praxis umgesetzt wird.

Eine Botschaft lag Hansen ganz besonders am Herzen: "Lasst euch impfen!", rief die CSV-Abgeordnete am Morgen auf. Immer noch seien 25 bis 30 Prozent der Menschen, die geimpft sein könnten, nicht immunisiert. Auch bei jungen Leuten sei die Impfung wichtig, um etwa das neue Schuljahr im September so normal wie möglich starten zu können.

Die Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Paulette Lenert und Vize-Premier Dan Kersch können sie ab 14 Uhr wie gewohnt an dieser Stelle im Livestream und im Ticker verfolgen.

Sarah Cames