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Markt für illegale Drogen widerstandsfähig gegen Corona

10:57
09.06.2021
Der europäische Markt für illegale Drogen hat sich als widerstandsfähig gegen Störungen durch die Corona-Pandemie erwiesen. Die Risiken für die öffentliche Gesundheit nahmen sogar eher noch zu, da mehr Stoffe mit teils sehr hoher Wirksamkeit und Reinheit registriert wurden, wie die EU-Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) in ihrem am Mittwoch in Lissabon vorgestellten Europäischen Drogenbericht 2021 betonte.

Die EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson, hob die weiter anhaltende Bedrohung durch illegale Drogen hervor. „Ich bin besonders besorgt über die hoch reinen und hoch wirksamen Substanzen, die auf unseren Straßen und im Internet erhältlich sind, sowie über die 46 neuen Drogen, die allein im Jahr 2020 in der EU entdeckt wurden“, sagte die Schwedin. Die Gesamtzahl der von der EMCDDA überwachten Substanzen sei auf 830 angewachsen.

Kriminelle Gruppen hätten die illegale Drogenproduktion in Europa - und damit näher bei den Konsumenten - verstärkt, um so Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Handels zu umgehen. Dies habe Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsrisiken vergrößert. Drogenhändler hätten sich auch schnell an Reisebeschränkungen und Grenzschließungen angepasst. So sei weniger auf menschliche Drogenkuriere und dafür mehr auf kommerzielle Lieferketten gesetzt worden.

Die Corona-Beschränkungen hätten den Straßenverkauf von Drogen 2020 nur zeitweise eingeschränkt. Drogenverkäufer und -käufer nutzten inzwischen verstärkt verschlüsselte Nachrichtendienste, Social-Media-Apps, Online-Quellen sowie Post- und Lieferdienste. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Drogenmärkte durch die Pandemie dauerhaft digitalisiert hätten. Die Zahl der Toten durch eine Überdosis illegaler Drogen sei 2019 EU-weit auf 5141 gestiegen. Neuere Daten lagen noch nicht vor. Die Menge der in allen 27 EU-Ländern zusammen beschlagnahmten Amphetamine und Methamphetamine wurde für 2019 mit 20,48 Tonnen angegeben.

Sarah Cames

Pressekonferenz zum "Covid-Check" am Donnerstag

09:00
09.06.2021
Am Donnerstagnachmittag um 16 Uhr stellt Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz die Einzelheiten des sogenannten "Covid-Check" vor. Das Zertifikat gibt Auskunft über den Corona-Status einer Person - ob geimpft, genesen oder frisch getestet. Ab dem 1. Juli ist es auch in den anderen EU-Mitgliedstaaten gültig.

Auch Marc Hansen (DP), beigeordneter Minister für Digitalisierung, Dr. Jean-Claude Schmit, Direktor des Gesundheitsamts, und Patrick Houtsch, Direktor des Centre des technologies de l'information de l'État (CTIE), treten am Donnerstag ans Rednerpult.

Die Pressekonferenz können Sie am Donnerstag um 16 Uhr wie immer an dieser Stelle im Livestream und im Ticker mitverfolgen.

Sarah Cames