Weil die Zahl der Krebsbehandlungen und Krebsoperationen in der Corona-Pandemie gesunken ist, erwartet die Deutsche Krebshilfe zum Jahreswechsel eine erhöhte Krebssterblichkeit. Der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag): "
Patienten mit Krebs stehen in der Pandemie oft hintan. Wenn sich die Versorgung verschlechtert oder auch Diagnosen zu spät gestellt werden, schlägt sich das auch bei vielen Krebspatienten nieder, allerdings erst mit Verzögerung."
Das Statistische Bundesamt berichtet zum Weltkrebstag an diesem Freitag (4. Februar), die Zahl der stationären Krebsbehandlungen habe sich im ersten Corona-Jahr 2020 um sechs Prozent auf 1,45 Millionen verringert. Zugleich gab es fünf Prozent weniger Krebsoperationen.
Laut Nettekoven war auch die Krebsfrüherkennung insbesondere zu Beginn der Pandemie stark betroffen, um Kontakte zu vermeiden, beispielsweise das Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs.
Auch wollten viele Menschen das stark angespannte Gesundheitssystem nicht noch zusätzlich belasten und mieden daher Klinik- oder Arztbesuche.
Starke Einschränkungen beobachtet die Krebshilfe auch in der Nachsorge. Aktuell finde etwa jede fünfte Nachsorgeuntersuchung nicht statt.
Nettekoven ermunterte dazu, vorgesehene Früherkennungsuntersuchungen unbedingt wahrzunehmen. Auch bei unklaren Symptomen solle man keinesfalls warten, sondern den Arzt aufsuchen.
Jeff Wiltzius