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Warnungen vor Aufhebung der englischen Corona-Maßnahmen

09:28
07.06.2021
Zwei Wochen vor der geplanten Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England nehmen die Warnungen von Wissenschaftlern zu. „Ganz zurück zur Normalität zurückkehren, ist sicher nicht im allgemeinen Interesse“, sagte der Immunologe Ravindra Gupta von der Universität Cambridge am Montag der BBC. Er sprach sich „für ein paar Wochen eher als ein paar Monate“ aus, um die die verbliebenen Restriktionen verlängert werden sollten.

Die britische Regierung plant bisher, am 21. Juni alle Maßnahmen aufzuheben. Dann sollen auch Abstandsregeln und Maskenpflicht fallen. Wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante erwägt Premierminister Boris Johnson, die Lockerungen auszusetzen. Am 14. Juni soll eine Entscheidung verkündet werden. Gastronomie, Wirtschaft und konservative Politiker drängen darauf, den Plan einzuhalten.

Zuletzt war wegen der Delta-Variante die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien wieder deutlich gestiegen. Der Chef der unabhängigen Expertengruppe Independent Sage, David King, sagte dem Sender Sky News: „Dies ist der Beweis dafür, dass eine weitere Welle auf uns zukommt.“ King warnte, zahlreiche Menschen litten an lang anhaltenden Folgen einer Covid-Erkrankung. „Dies ist nicht einfach eine Grippe, wenn man geimpft wurde“, sagte er. Experte Gupta warnte, das Virus mutiere weiterhin „und wird besser darin, unsere Abwehr zu umgehen“. „Wir schaffen es bisher nicht, die Neuinfektionen so zu begrenzen, dass wir die Gesellschaft langfristig vollständig öffnen können.“

Im Vereinigten Königreich sind die Landesteile selbst für die Gesundheitspolitik verantwortlich. Neue Lockerungen gab es in Wales: Dort dürfen seit Montag wieder bis zu 10.000 Menschen an Freiluftveranstaltungen teilnehmen. In Innenräumen sind Treffen von bis zu drei Haushalten erlaubt.

Landesweit hat bisher mehr als die Hälfte der Erwachsenen die für den vollen Schutz als notwendig erachtete zweite Impfung erhalten. Bei der Suche nach weiteren Impfstoffen testet die Universität Oxford ein Mittel, das mit einem Nasenspray verabreicht werden kann. Dafür suchen die Forscher nun Freiwillige im Alter von 30 bis 40 Jahren, die noch keine Impfung erhalten haben.

Sarah Cames

Slowakei startet Impfungen mit Sputnik V

09:25
07.06.2021
Als zweites EU-Land nach Ungarn hat die Slowakei mit der Verabreichung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Als Erster erhielt ein Mann aus der Industriestadt Zilina die Spritze, wie der Sender TA3 am Montag berichtete. „Ich habe wirklich auf Sputnik gewartet“, sagte der Slowake, der in christlicher Pilgertracht erschien. Russland habe eine lange Tradition bei der Impfstoffentwicklung.

Die Slowakei setzt den Vektorimpfstoff trotz fehlender Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA ein. Ex-Regierungschef Igor Matovic hatte 200 000 Dosen des Wirkstoffs aus Russland gekauft. Die Kontroverse über seinen Alleingang trug zu seinem Sturz als Ministerpräsident bei. Der Impfstoff soll zunächst nur für Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren verwendet werden. Das Angebot ist freiwillig.

Nach Medienberichten bleibt das Interesse an einem Impftermin mit Sputnik V bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Matovic, der derzeit Finanzminister ist, machte dafür eine „niederträchtige Kampagne“ verantwortlich. In der Slowakei werden derzeit hauptsächlich die Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna verabreicht. Seit Beginn der Pandemie gab in dem Land mit knapp 5,5 Millionen Einwohnern mehr als 12 000 Corona-Todesfälle.

Sarah Cames