Wenn die Fußballteams von England und Deutschland am Dienstag im EM-Achtelfinale aufeinander treffen, sind die englischen Fans im Wembley-Stadion klar in der Überzahl. Aber die Küche im Londoner Fußballtempel ist fest in deutscher Hand. Der Bayer Stefan Pappert ist Küchenchef in Wembley und drückt Deutschland die Daumen. „Ich muss beide Hymnen mitsingen“, scherzte der 43-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, „aber insgeheim bin ich natürlich für Deutschland, auch rein aus Sympathiegründen. Es sind ja auch ein paar Bayern-Spieler dabei.“
Der Deutsche Fußball-Bund habe für Dienstag zwei Restaurants im Stadion reserviert, so Pappert. Dort soll es unter anderem Currywurst und Spargel geben, damit sich die deutschen Gäste heimisch fühlen, berichtete der ehemalige Wiesn-Koch, der seit 2015 in London lebt und gelegentlich sogar die britische Königsfamilie bekocht. „Wenn die Deutschen hier in Wembley sind, ist das für die ja auch ein bissel Walhalla. Mit dem Essen gibt man ihnen ein bisschen Heimatgefühl, und dann hoffe ich, dass das mit dem Sieg auch klappt.“
Pappert glaubt, dass England gegen die DFB-Elf nichts zu verlieren hat und deshalb ein schwieriger Gegner wird. „Ich hoffe aber, dass Deutschland dagegen steuern kann und wenigstens zwei Tore mehr schießt als die Engländer“, sagte Wembleys Küchenchef. Papperts Tipp fürs Achtelfinale: Ein 3:1-Sieg für Deutschland.
dpa