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Impfpriorisierung fällt: Städte und Gemeinden befürchten Frust

03:50
07.06.2021
Die Aufhebung der Impfpriorisierung an diesem Montag wird nach Ansicht der deutschen Städte und Gemeinden bei vielen Menschen zu Ernüchterung führen. «Enttäuschung und Frust sind dabei vorprogrammiert, da nicht sofort ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der «Rheinischen Post» (Montag). «Frust und Enttäuschung werden sich noch verschärfen, da bis Mitte Juni 2021 - eventuell sogar bis Ende Juni - zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen keine Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen werden.»

Impfwillige können sich ab Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. In Deutschland können nun alle ab 12 Jahren geimpft werden. Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. Vielerorts dominieren derzeit die Zweitimpfungen, denn erst mehr als jede und jeder Fünfte hat den kompletten Impfschutz.

Landsberg sagte, das bedeute allerdings auch, dass rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung immer noch auf einen Impftermin warte. «Gerade weil mit der Impfung neben dem Schutz der Gesundheit auch viele Freiheiten wie etwa Reisen ohne Test oder auch Zugang zu Veranstaltungen verbunden sind, werden sehr viele Menschen schnell einen Impftermin bekommen wollen.» Dennoch sei die Aufhebung der Priorisierung richtig gewesen, nicht zuletzt im Hinblick auf die mit der Vergabe von Impfterminen verbundene Bürokratie.

(dpa)

Kinder- und Jugendbücher profitieren von Corona-Krise

03:47
07.06.2021
Im Corona-Jahr 2020 haben die meisten Bereiche des Buchmarktes rückläufige Umsätze verzeichnet - doch an Kinder- und Jugendbüchern ging die Flaute vorbei. Sie verzeichneten nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verglichen mit 2019 ein Umsatzplus von 4,7 Prozent. Hingegen gingen Belletristik sowie Bücher zu den Themen Geisteswissenschaften, Kunst und Musik um 1,6 beziehungsweise 0,3 Prozent zurück. Größter Verlierer waren Reisebücher mit einem Einbruch von 26,1 Prozent. Neben Kinder - und Jugendbüchern waren dem Börsenverein zufolge Kochbücher Gewinner der Krise mit einem Plus von 7,6 Prozent. Insgesamt schloss der Buchmarkt 2020 mit einem um 2,3 Prozent rückläufigen Umsatz ab.

Auch im laufenden Jahr 2021 erfreuen sich Kinder- und Jugendbücher großer Beliebtheit. Zwischen Januar und April beläuft sich das Umsatzwachstum auf 8,2 Prozent. Nach groben Schätzungen des Börsenvereins in Frankfurt werden jedes Jahr für über eine Milliarde Euro Bücher für Kinder und Jugendliche gekauft. Im Jahr 2019 gab es fast 8000 Erstauflagen.

Börsenvereinssprecher Thomas Koch erklärt das Interesse an Literatur für junge Menschen mit dem coronabedingt längeren Aufenthalt in den eigenen vier Wänden. «Kinder und Eltern schätzen in dieser herausfordernden Situation Bücher sehr: Sie sorgen für kreative Beschäftigung und Abwechslung im Alltag und können gerade auch in schwierigen Zeiten Halt geben.»

(dpa)

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