Letztes Update:
20210601091551

Corona-Varianten bekommen neutrale Namen

09:15
01.06.2021
Bestimmte Coronavirus-Varianten werden umbenannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt ab sofort auf neutrale Namen, um zu verhindern, dass die Varianten nach den Ländern benannt werden, in denen sie zuerst entdeckt wurden. «Das ist stigmatisierend und diskriminierend,» teilte die WHO am Montagabend mit. Sie nimmt nun Buchstaben des griechischen Alphabets für die Bezeichnung der Corona-Varianten, die sie als «besorgniserregend» oder «Varianten von Interesse» einstuft.

So heißt die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7 nun Alpha. Die in Südafrika entdeckte Variante B.1.351 wird zu Beta, die in Brasilien nachgewiesene Variante P.1 wird Gamma und die zunächst in Indien gefundene Variante B.1.617.2 wird Delta. Die Variante, die jüngst in Vietnam entdeckt wurde, stand bis Dienstag nicht auf der WHO-Liste.

Die WHO betont, dass die wissenschaftlichen Bezeichnungen bestehen bleiben, weil sie Forschenden wichtige Informationen liefern. Sie seien aber schwer zu merken, und deshalb habe sich die Angewohnheit verbreitet, die Varianten nach ihren Ursprungsorten zu benennen. «Um das zu verhindern und um die öffentliche Kommunikation zu vereinfachen, empfiehlt die WHO Behörden, Medien und anderen, die neue Kennzeichnung zu verwenden.»

Von der «indischen» oder «britischen» Variante zu sprechen löst bei manchen Menschen einen Abwehrreflex gegen Menschen aus, die aus diesem Land kommen. So hat die Tatsache, dass der frühere US-Präsident Donald Trump beim Coronavirus oft vom «China-Virus» sprach, in den USA Hasskriminalität gegen chinesisch aussehende Menschen ausgelöst.

Indem Phänomene wie Viren nach Orten benannt werden, distanzierten sich Menschen davon, sagte Nilu Ahmed, Psychologin an der Universität Bristol. «Das überträgt Schuld auf die anderen und erlaubt denen, die das Narrativ nutzen, sich als Opfer zu inszenieren.» So etwas könne auch falsche Annahmen fördern: So sei die Spanische Grippe in den USA aufgekommen, aber erst in Spanien ausführlich dokumentiert worden.

Alpha bis Delta sind zurzeit die vier von der WHO als «besorgniserregend» eingestuften Varianten. Sechs weitere Mutanten, die in den USA, Brasilien, den Philippinen und in Indien entdeckt wurden, bekamen ebenfalls griechische Buchstaben zugewiesen.

(dpa)

Robert Koch-Institut stuft Corona-Risikobewertung herab

09:15
01.06.2021
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Deutschland in seiner Corona-Risikobewertung herabgestuft. Das gaben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag in Berlin bekannt. Die Gefahrenlage werde von «sehr hoch» auf «hoch» heruntergestuft, sagte Spahn. Am 11. Dezember sei sie hochgestuft worden. Angesichts der über Tage niedrigeren Inzidenzen, der sinkenden Infektionszahlen und der Entspannung auf den Intensivstationen in Deutschland sei dieser Schritt möglich. «Die Lage wird besser, sie wird deutlich besser», sagte Spahn, «aber wir sind noch mitten in dieser Pandemie». Von 412 Landkreisen haben sich nun nur noch in vier mehr als 100 von 100 000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen mit dem Corona-Virus angesteckt.

(dpa)

Zahl der Arbeitslosen sinkt im Mai um 84.000

08:43
01.06.2021
Dank einer Fortsetzung der Frühjahrsbelebung ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Mai nach unten gegangen. Nach Angaben der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit waren im Mai 2,687 Millionen Menschen ohne Job, 84 000 weniger als im Vormonat April und 126 000 weniger als im Mai 2020. Der Mai 2020 gilt als einer der am stärksten von der Corona-Problematik betroffenen Monate.

Die Arbeitslosenquote sank im Mai 2021 im Vergleich zum April um 0,1 Punkte auf 5,9 Prozent, im Vergleich zum Mai 2020 um 0,2 Punkte. Auch bei der Zahl der offenen Stellen gibt es Lichtblicke. Im Mai waren der Bundesagentur 654 000 offene Stellen gemeldet worden, 70 000 mehr als vor einem Jahr. Allerdings liegt die Zahl noch niedriger als im März 2020 - dem letzten Monat vor dem ersten Corona-Lockdown.

«Im Mai zeigen sich erste Anzeichen für eine umfassende Besserung am Arbeitsmarkt», sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. «Die Folgen der Corona-Krise sind zwar immer noch sehr deutlich sichtbar, werden aber etwas kleiner», betonte er.

Die Kurzarbeit gibt den Angaben der Bundesagentur zufolge deutlich nach. Zwischen dem 1. und 26. Mai hätten Betriebe nur noch für 96 000 Menschen Kurzarbeit angemeldet. Tatsächlich in Anspruch genommen wird Kurzarbeit erfahrungsgemäß weniger als vorsorglich angemeldet.

Tatsächlich gezahlt worden sei Kurzarbeitergeld im Monat März 2021 für 2,61 Millionen Menschen. Damit sei die Zahl im März erstmals seit November 2020 - als es zu einem erneuten Corona-Lockdown gekommen war - wieder gesunken. In der Spitze hatten im April 2020 fast sechs Millionen Menschen in Deutschland Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen