Letztes Update:
20210604054741

Strenge Corona-Regeln: Alpenverein fürchtet schwierige Hütten-Saison

03:58
04.06.2021
Wandern in den bayerischen Alpen steht bei vielen hoch im Kurs. Doch die Übernachtungsplätze für Wanderer könnten dort dieses Jahr noch knapper werden als schon im Corona-Sommer 2020.

Wegen strenger Corona-Regeln für Übernachtungsgäste stellt sich der Deutsche Alpenverein (DAV) auf eine schwierige Hütten-Saison in Bayern ein. «Wenn die Restriktionen so bleiben, sehen wir für diese Saison eher schwarz», sagte der Bereichsleiter Alpine Raumordnung beim DAV, Hanspeter Mair. «Dann wird die Belegungssituation noch schlechter als im Vorjahr.»

Hätten im vergangenen Sommer noch bis zu zehn Wanderer in einer festen Gruppe in einem Raum übernachten dürfen, sei momentan im Freistaat nur ein Haushalt pro Zimmer erlaubt, sagte Mair. «Der Übernachtungsbetrieb ist dadurch schwer möglich. Das ist unbefriedigend, um es diplomatisch zu formulieren.»

Mit Blick auf die Regeln im Nachbarland Österreich fordert der DAV Nachbesserungen vom Freistaat. «In Tirol kann man auch mit festen Wandergruppen im gleichen Raum übernachten», sagte Mair. «Da wird viel mehr gehen als in Deutschland. Natürlich wünschen wir uns da, dass wir eine Angleichung der Regeln bekommen.»

Schließlich trügen die DAV-Hütten auch zur Besucherlenkung in den Alpen bei, betont Mair. «Der Drang nach draußen ist da. Wenn die Menschen bei uns nicht übernachten dürfen, werden sie wildcampen oder nach Tirol fahren.» Das Interesse an Übernachtungen in den 67 bewirtschafteten Hütten des Verbands sei wieder groß, in einigen Hütten seien schon sämtliche Sommerwochenenden ausgebucht.

Wer noch spontan am Wochenende am Berg übernachten möchte, sollte sich aber gut vorbereiten. Derzeit sind nach Angaben des Deutschen Alpenvereins nur rund 30 seiner Hütten geöffnet. «Ein paar haben nur To-go-Angebote, andere nur Außengastronomie», sagte Mair. Im Allgäu würden einige Hütten wegen nach wie vor verschneiter Wege erst Mitte oder Ende des Monats öffnen.

(dpa)

Tierschützer befürchten Abgabewelle bei Corona-Haustieren

03:57
04.06.2021
Tierschützer befürchten in Folge der «extremen Nachfrage nach Haustieren» in Zeiten von Corona eine Abgabewelle in deutschen Tierheimen. «Viele Menschen haben sich womöglich spontan, aus Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen (...) ein Tier beim Züchter oder schlimmstenfalls über dubiose Internetanzeigen gekauft», sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Einige der mehr als 550 Tierheime berichteten bereits jetzt schon von «Corona-Abgaben».

Dabei handelt es sich den Informationen zufolge etwa um Hunde oder Katzen, die in Zeiten hoher Infektionszahlen und strenger Kontaktbeschränkungen angeschafft wurden. «Eine größere Abgabewelle gibt es aber zum Glück noch nicht. Dennoch ist die Sorge groß», sagte Schmitz.

Die Pandemie hat nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes zu einem regelrechten «Haustierboom» geführt. Dabei stützen sich die Tierschützer auf Informationen des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH). Demnach nahm im Corona-Jahr 2020 die Zahl der Haustiere in deutschen Haushalten im Vorjahresvergleich um knapp eine Million Tiere zu.

Hundehaltern, die sich mit ihrem Tier überfordert fühlen, empfiehlt die Stiftung Vier Pfoten den Besuch einer Hunde- oder Welpenschule. «Zur Überbrückung voller Arbeitstage können zum Beispiel Hundetagesstätten aushelfen», ergänzte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen