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EU-Behörde: Einige Migranten von Covid besonders betroffen

16:44
03.06.2021
Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sieht Hinweise für erhöhte Corona-Risiken bei einigen Gruppen von Migranten in Europa und fordert gezielte Maßnahmen, um die Menschen besser zu schützen. Dazu zählt auch gezieltes Werben in den jeweiligen Muttersprachen, um Impfraten zu erhöhen. Die Studie legte die ECDC am Donnerstag in Stockholm vor.

Als «Migrant» gilt in der Studie eine Person, die für mindestens zwölf Monate entweder von einem anderen europäischen Land oder einem Drittstaat in ein Land der EU oder der europäischen Freihandelszone EFTA zieht.

Die EU-Behörde greift damit eine heikle politische Debatte auf. Teils gab es auch in Deutschland Schätzungen, wonach besonders viele Menschen mit ausländischen Wurzeln auf Covid-19 behandelt wurden. In Deutschland werden Angaben zu Staatsangehörigkeit oder Migrationshintergrund bei Covid-Kranken laut Infektionsschutzgesetz jedoch nicht erfasst. Das ECDC nennt nun Hinweise aus anderen europäischen Ländern. So seien in Dänemark, Norwegen und Schweden mehr Migranten unter Covid-Kranken festgestellt worden, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspräche.

In Norwegen entfielen den Angaben zufolge 42 Prozent der Covid-Fälle bis Ende April 2020 auf diese Gruppe. In Dänemark waren Anfang Mai 2020 «nicht-westliche Migranten» und ihre Kinder 18 Prozent der bekannten Covid-Erkrankten, während ihr Bevölkerungsanteil nur halb so groß war. Die Inzidenz in dieser Gruppe war 240 je 100 000 Menschen, bei Dänen ohne Migrationshintergrund 128 je 100 000.

Das ECDC führt ähnliche Erkenntnisse aus Schweden und Spanien an. In Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Schweden sei zudem bei Migranten im Pandemiejahr 2020 eine überhöhte Sterblichkeit registriert worden, sowohl verglichen mit der übrigen Bevölkerung als auch mit früheren Jahren.

Doch betont die Gesundheitsbehörde, dass die Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund in Europa sehr unterschiedlich und Verallgemeinerungen schwierig seien. Die ECDC verweist auf besondere Risiken der betrachteten Gruppen, darunter Corona-Ausbrüche in Flüchtlingsunterkünften. Einige Migranten hätten indirekte gesundheitliche und soziale Folgen der Pandemie zu spüren bekommen, darunter Diskriminierung, Reisebeschränkungen und Grenzschließungen. In ihren Jobs seien sie besonderen Infektionsrisiken ausgesetzt gewesen.

(dpa)

Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt auf 37,0

16:41
03.06.2021
Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist am Donnerstag auf 37,0 gesunken. Das teilte das Landesgesundheitsamt am Nachmittag mit. Am Vortag hatte der Wert noch bei 42,0 gelegen. Die bundesweite Inzidenz lag am Donnerstag bei 34,1.

35 der 44 Stadt- und Landkreise liegen unter der Marke von 50. In 17 Kreisen wurde sogar der Wert von 35 unterschritten, unter dem es nach Plänen der Landesregierung ab Montag weitere Lockerungen geben könnte. Am niedrigsten liegt weiterhin Heidelberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 11,1, am höchsten Tuttlingen mit 85,2.

Bis Donnerstag starben nach Angaben des Landesgesundheitsamts 10 008 Menschen an einer Infektion mit Sars-CoV-2 oder im Zusammenhang damit. Das waren 5 mehr als am Vortag. Infiziert haben sich seit Beginn der Pandemie den Daten zufolge 494 897 Menschen (plus 576). Als genesen gelten einer Schätzung zufolge 470 923 Personen (plus 1471).

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 135 059 Fälle mit Hinweisen auf «besorgniserregende Varianten» übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7/gemäß neuer Benennung der Weltgesundheitsorganisation nun als Alpha bezeichnet) entdeckt worden waren. Der Anteil von Alpha liegt im Südwesten den Angaben zufolge bei 98,8 Prozent.

Bislang wurden in Baden-Württemberg nach Angaben des Robert Koch-Instituts 4 852 460 Menschen (43,7 Prozent) einmal mit Impfstoffen geimpft, bei denen für den vollständigen Schutz eine zweite Dosis erforderlich ist. Als vollständig geimpft gelten 2 126 529 Menschen oder 19,2 Prozent. Eingerechnet hierbei sind auch Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine Dosis ausreicht.

14,1 Prozent der 2354 betreibbaren Intensivbetten sind laut Landesgesundheitsamt im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für andere gravierende Erkrankungen.

(dpa/lsw)

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