Letztes Update:
20210603073242

07:32
03.06.2021
Obendrein lässt sich auch der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter im Homeoffice schlechter sicherstellen. Das Thema war schon in der alten Arbeitswelt wichtig - und dürfte es in der neuen bleiben. Denn wer wann und wie lange arbeitet, lässt sich bei mobiler Arbeit oft gar nicht mehr überprüfen. Wissenschaftlerin Schade sieht hier eine Gefahr, zumal die im deutschen Arbeitsleben «stark verankerte» Präsenzkultur im Homeoffice-Zeitalter keineswegs überwunden sei.

«Auch wenn sich die Art und Weise ändert: Der Arbeitgeber freut sich weiter, wenn er weiß, dass seine Arbeitnehmer am Platz sind. Und viele Arbeitnehmer freuen sich weiter, wenn sie beweisen können, dass sie präsent und produktiv sind», sagt Schade. Ihre Omnipräsenz könnten Mitarbeiter künftig etwa verstärkt dadurch demonstrieren, «dass sie sofort auf eine E-Mail antworten - sogar abends, sogar am Wochenende». Im Endeffekt bleibe die Erholung auf der Strecke, sagt Schade. «Im besten Fall gibt es klare, verbindliche Absprachen mit dem Arbeitgeber, wann man das Recht dazu hat, nicht erreichbar zu sein.»

(dpa)

Nach Stuttgarter Krawallen: Strobl und Bayaz überraschend vor Ort

07:30
03.06.2021
Nach den Krawallen am Stuttgarter Schlossplatz vergangenes Wochenende haben Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) am Mittwochabend der Polizei in der City einen Überraschungsbesuch abgestattet. Strobl sprach sich dafür aus, die Videoüberwachung auf den Schlossplatz auszuweiten. «Wir müssen schauen, ob wir das mit der Stadt Stuttgart nachschärfen können», sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Clemens Maier (Freie Wähler) zeigte sich gesprächsbereit, will Videoüberwachung aber eher punktuell einsetzen.

Strobl und Bayaz liefen vom Landtag bis zur Freitreppe, an der es in der Nacht zu Sonntag Auseinandersetzungen zwischen feiernden jungen Männern und der Polizei gegeben hatte. Die Stadt hatte daraufhin beschlossen, die Treppe an bestimmten Abenden zu sperren. Der neue grüne Finanzminister Bayaz (37), der einen türkischen Vater hat und selbst Türkisch spricht, unterhielt sich auf dem Weg auch mit türkischen Jugendlichen. Der «grün-schwarze Schulterschluss» gelte an diesem Abend der Polizei, der man für ihre Arbeit Respekt zollen wollten, erklärten Bayaz und Strobl.

Bürgermeister Maier sagte der dpa, er könne sich vorstellen, Videoüberwachung gezielt am Abend oder an Wochenenden einzusetzen, wo absehbar gefeiert werde. «Da kann das sinnvoll sein.» Es dürfe aber keine «Dauereinrichtung» sein. «Wir müssen mit dem Skalpell vorgehen, nicht mit der Axt», sagte er.

Die Freitreppe zum kleinen Schlossplatz ist ein beliebter Treffpunkt in der Stadtmitte. Bei den Ausschreitungen am Samstagabend war die Stimmung gekippt, als Polizisten Feiernde wegen des geltenden Alkoholverbots und der Corona-Regeln ansprachen. Flaschen flogen in Richtung der Einsatzkräfte. Polizisten wurden nach eigenen Angaben massiv beleidigt und es kam zu Auseinandersetzungen. Fünf Polizisten seien verletzt worden, hieß es.

(dpa)

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